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Die Untere Jagdbehörde fordert die Jägerschaft dringend zu Wildschwein-Jagden auf, weil die Zahl der Schwarzkittel auch regional gefährlich zunimmt

heute jagd neu(13.10.2017) Herbstzeit ist Drückjagd-Saison: Seit jeher laden die Gastronomen daher auch zu kulinarischen Wildwochen ein. Gerade heuer hat die Treibjagd-Jahreszeit aber weniger einen gastronomischen als einen prophylaktischen Aspekt, betonen die Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt Landshut: Vielmehr gehe es darum, durch revierübergreifende Druckjagden die Zahl der Wildschweine zu reduzieren – und damit die Gefahr eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Region.

„Weniger Schwarzwild, weniger Gefahr der Ansteckung und des Übergreifens der Seuche auf Nutztierbestände“: Auf diesen Nenner bringt Irene Neuhof von der Unteren Jagdbehörde die Leitlinie des Amts und aller Fachleute auf diesem Gebiet. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wildschweine im Landkreis Landshut kontinuierlich gewachsen: Der – landesweit grassierende – Zuwachs an Flächen, auf denen Mais als Grundlage für immer mehr Masttiere angebaut wird, hat die landwirtschaftlich genutzten Flächen weiträumig in ein Schlaraffenland für Schwarzkittel verwandelt.

Umso drängender ist die Notwendigkeit, die Zahl der intelligenten und als Spezies ungemein erfolgreichen Wildschweine zurückzudrängen, mahnen Fachleute seit Längerem. Der Landkreis Landshut mit seinen weit über 300.000 Mastschweinen würde durch einen Ausbruch der ASP einen besonders hohen wirtschaftlichen Schaden erleiden.

Vor diesem Hintergrund appellieren die Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde mit Nachdruck an die Jägerschaft, die Zahl der Schwarzkittel durch revierübergreifende Drückjagden zu reduzieren, um die Gefahr zu minimieren. Drückjagden sind gemeinsame Jagden, bei denen Jäger, Treiber und Stöberhunde zusammenwirken, das Wild aufgescheucht und den Jägern zugetrieben wird, die an in der Regel an einem Wildwechsel warten, an einem vom Wild häufig benutzten Weg.

Solche Drückjagden, besonders natürlich, wenn sie revierübergreifend sind, bedürfen einer guten Organisation. Zeitdruck und damit verbundene hektische Planung bergen viele Gefahren. „Das Gefahrenpotential einer Erntejagd kann bei umsichtigem Vorgehen jedoch erheblich gesenkt werden. So müssen zum Beispiel bei einem Gelände ohne ausreichend natürlichen Kugelfang immer geeignete Ansitze eingeplant werden“, heißt es dazu etwa in einer Empfehlung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Aber der Zweck und die aktuelle Gefahrenlage machen es nach Überzeugung der Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde notwendig und die Jäger stünden auch in der Pflicht, ihren Beitrag zur Verringern der Gefahr eines Ausbruchs der ASP zu leisten. Umsicht und Vorsicht mahnen die Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde in diesem Zusammenhang aber auch bei den Autofahrern an: „Treibjagden scheuchen viele Tiere auf“, schildert Irene Neuhof. In einer Landschaft, die zigfach durch Straßen zerschnitten ist, führen solche Jagden natürlich dazu, dass Tiere verschiedenster Arten in Panik Straßen und andere Verkehrswege überqueren.

Daher sind für solche Jagden auch verkehrsrechtliche Genehmigungen notwendig, zum Beispiel vorübergehende Geschwindigkeit-Beschränkungen für die Dauer der Drückjagd. An die Autofahrer appellieren die Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde daher, besondere Vorsicht walten zu lassen, wenn sie entsprechende Verkehrsschilder sehen. Das heißt vor allem: Runter vom Gas!

Im Bild: Wo ein solches Schild am Straßenrand steht, ist ein Höchstmaß an Vorsicht für motorisierte Verkehrsteilnehmer geboten: Darauf weist die Untere Jagdbehörde am Landrats Landshut hin. (Foto: Bayerischer Jagdverband)

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