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Erfolgreiche Festnahme von "falschen Polizeibeamten" - aber 81-jährige in Passau Opfer von Betrügern

Niederbayern - pol (02.09.2019) -  Am Freitag (30.08.) konnten in Straubing vier Tatverdächtige Trickbetrüger vorläufig festgenommen werden. Gegen den Geldabholer erging Haftbefehl. Bedauerlicherweise händigte am gleichen Tag eine Frau in Passau mehrere Tausend Euro an einen Unbekannten aus.

Die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Niederbayern führt in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg die weiteren Ermittlungen.

Bereits seit Donnerstag, 22.08., gingen bei einer 81-Jährigen aus Straubing mehrere Anrufe einer angeblichen Polizeibeamtin ein, wonach in der Wohngegend der älteren Frau eingebrochen wurde und bei der Festnahme des Einbrechers ein Notizzettel mit Daten der 81-Jährigen aufgefunden wurden. Die angebliche Polizistin riet der Frau ihre Ersparnisse von der Bank abzuholen, da diese dort nicht sicher seien.

Glücklicherweise wurde die Frau durch eine Bekannte auf die Betrugsmasche hingewiesen und meldete die Anrufe der Polizei. Die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben übernahm die weiteren Ermittlungen. Bis zur erfolgreichen Festnahme von vier Tatverdächtigen am Freitag, 30.08., erhielt die Dame weiterhin mehrmals Anrufe von vermeintlichen Polizeibeamten sowie eines angeblichen Staatsanwaltes. Schließlich konnten in den Nachmittagsstunden vier Tatverdächtige, 2 Männer und 2 Frauen aus Bremen, vorläufig festgenommen werden. Aus ermittlungstaktischen Gründen können zu den Ermittlungen bzw. zur Festnahme keine detaillierten Angaben gemacht werden.

Gegen den 18-jährigen Geldabholer erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg durch den Ermittlungsrichter am Amtsgericht Regensburg Haftbefehl. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die weiteren Personen wurden nach den erfolgten kriminalpolizeilichen Maßnahmen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft dauern an.

PASSAU:

Trotz mehrmaliger Warnmeldungen in der Vergangenheit, sowie einer am Donnerstag veröffentlichten Warnmeldung der Polizeiinspektion Passau über vermehrte Anrufe von Trickbetrügern im Bereich Passau wurde bedauerlicherweise eine 81-Jährige aus dem Landkreis Passau Opfer dieser Anrufe.

Am Freitag, 30.08., erhielt sie von einer Frau, welche sich nach geschickter Gesprächsführung als ihre Schwiegertochter am Telefon vorstellte, einen Anruf. Diese gab an, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu sein und daher dringend mehrere Tausend Euro Bargeld benötige. Dem späteren Opfer wurde weiterhin ein Taxi bestellt, welches sie zu ihrer Bank brachte um dort das Geld abzuheben. Im Anschluss übergab die Frau im Stadtgebiet Passau an einen ihr unbekannten Mann Bargeld im unteren fünfstelligen Euro-Bereich.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern hier ebenfalls an.

W A R N H I N W E I S E:

Das Polizeipräsidium Niederbayern zusammen mit ihren nachgeordneten Dienststellen möchte mit einer regelmäßigen Öffentlichkeitsarbeit nicht nur unsere älteren Mitmenschen, sondern auch deren Angehörige, Seniorenverbände und Banken sensibilisieren – sprechen Sie mit Ihren Eltern und Großeltern, mit Ihren Mitgliedern und Kunden über diese perfide Betrugsmasche, durch die nicht selten ältere Bürgerinnen und Bürger um ihre gesamten Ersparnisse gebracht werden.
Folgende Verhaltenshinweise werden empfohlen:

Informieren Sie sich als Angehöriger über die Betrugsform „Enkeltrick“.
Sprechen Sie mit ihrem Angehörigen über Verhaltensweisen, an denen man Betrüger und ihre „Maschen“ erkennen kann.
Helfen Sie Ihrem Angehörigen dabei, ggf. den Vornamen im Telefonbucheintrag abkürzen zu lassen. Damit entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf Ihren Angehörigen aufmerksam zu werden.
Bestärken Sie Ihren Angehörigen darin, einfach aufzulegen, wenn ein Anruf verdächtig erscheint. Anschließend sollte die Polizei über 110 verständigt werden.
Hinterlassen Sie bei Ihrem Angehörigen Ihre Erreichbarkeit. So kann er im Zweifel mit Ihnen Rücksprache halten.
Wirken Sie darauf hin, dass Ihr Angehöriger keine größeren Geldbeträge oder Wertgegenstände zuhause aufbewahrt.
Wenn Ihr Angehöriger zu Hause Opfer einer Betrugsstraftat wurde: Unterstützen Sie ihn dabei, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.

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