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Bundesweites Unfall-Präventionsprojekt P.A.R.T.Y wird in Viechtach erstmals in der Fläche starten

präventi0n polizei

P.A.R.T.Y hat zum Ziel, Jugendliche vor schweren Verkehrsunfällen zu schützen.

Niederbayern - pol (30.01.2020) „P.A.R.T.Y.“ (= Prevent Alcohol and Risk-Related Trauma in Youth) ist ein sehr erfolgreiches, bundesweites Unfallpräventionsprojekt, das es mittlerweile in sechs Ländern und 40 Kliniken allein in Deutschland gibt. Bei diesem Projekt soll insbesondere die zukünftige Zielgruppe „Junge Fahrer“ sensibilisiert und vor schweren Verkehrsunfällen und den teils massiven Unfallfolgen bewahrt werden.

Gerade diese Zielgruppe im Alter von 18 bis 24 Jahren, sogenannte Fahranfänger, sind im Straßenverkehr einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Selbstüberschätzung, Fehleinschätzung kritischer Verkehrssituationen, risikoreiches Verhalten sowie mangelnde Erfahrung im Straßenverkehr sind die häufigsten Risikofaktoren.

Dabei zählten im vergangenen Jahr überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsverstöße und geringer Abstand zu den Hauptunfallursachen. Ebenso Alkoholkonsum und Ablenkung im Straßenverkehr führen oft zu folgenschweren Unfällen. „Um Unfälle bei „Jungen Fahrern“ zu reduzieren und das Gefahrenbewusstsein zu stärken, aber auch um auf die Folgen eines Verkehrsunfalls aufmerksam zu machen, möchten wir verstärkt Präventionsarbeit in diesem Bereich leisten“, so Polizeioberrat Völkl vom Polizeipräsidium Niederbayern.

Bislang gibt es dieses Projekt ausschließlich in Großstädten. „Gerade die Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Bereich sind auf das Kraftfahrzeug angewiesen“, wie der nationale Koordinator des Unfallpräventionsprojekts, Herr Tröber vom Bildungsinstitut für Kompetenz in der Medizin (BIKMED), bestätigt.

Verkehrssicherheitsarbeit ist eine der Hauptaufgaben der Polizei. Dabei nimmt die Präventionsarbeit im Polizeipräsidium Niederbayern einen hohen Stellenwert ein, wie Polizeioberrat Völkl und Polizeihauptkommissarin Ott betonen. Der Start des modifizierten Projektes soll hierbei in Viechtach sein, da zahlreiche Unterstützer aus dieser Region kurzfristig für dieses Projekt gewonnen werden konnten.

Aus diesem Grund trafen sich am Mittwoch, 22. Januar, Vertreter des Polizeipräsidiums Niederbayern, des Klinikums Viechtach, von BIKMED, des Gymnasiums Viechtach, des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts, der Freiwilligen Feuerwehr Viechtach, des Bayerischen Roten Kreuzes und Landrätin Frau Röhrl zu einer gemeinsamen Besprechung, um die Umsetzung des Projekts zu diskutieren.

Bereits im Vorfeld signalisierte Herr Dr. Meiler, Leitender Oberarzt der Arberlandklinik Viechtach, trotz zusätzlichem Arbeitsaufwand, sein Interesse an dem Projekt. Die Schüler sollen dabei im Kern den Versorgungsweg eines Schwerverletzten mit seinen einzelnen Stationen durchlaufen und hautnah miterleben. Dabei werden die Schüler in Gruppen aufgeteilt und gewinnen Einblicke in den Notfall bzw. Schockraum, die Intensivstation und die normale Station. Erfahrene Ärzte erläutern die Einstufung von Verletzungsmustern, Notversorgung, nachfolgende Therapien und erforderliche Ausstattung und Logistik. Die Bedeutung der einzelnen Stationen werden erklärt und sensible Bereiche wie die Intensivstation besichtigt.

Herr Obermeier, Leiter der Rettungswache des BRK, war ebenfalls begeistert von der Idee und stellt vor dem Krankenhaus einen Rettungswagen mit einem erfahrenen Rettungsassistenten zur Verfügung. Hier werden die Aufgaben des Rettungsdienstes und die Bedeutung verschiedener Versorgungsmaßnahmen erläutert sowie von Erfahrungen aus Verkehrsunfalleinsätzen berichtet.

Im Anschluss geht es in die Physiotherapie-Abteilung des Krankenhauses. Dort wird die Bedeutung der Physiotherapie während und nach eines Krankenhausaufenthaltes angesprochen. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier erfahren, was für ein langer und beschwerlicher Weg vor einem Patienten liegt, bevor er wieder in sein „altes Leben“ zurückkehren kann. Von diesem Leidensweg möchte den Teilnehmern eine Schülerin, die derzeit die 11. Klasse des Gymnasiums Viechtach besucht, berichten und wachrütteln.

In Zusammenarbeit mit Hr. Benz, 2. Kommandant der FFW Viechtach, Herrn Polizeihauptkommissar Linsmeier von der Zentralstelle für Verkehrsprävention des Bayerischen Polizeiverwaltungsamtes und den Polizeibeamten der Polizeiinspektion Viechtach, Frau Polizeihauptmeisterin Simmet und Herrn Polizeihauptkommissar Schwinger, die auch im Namen der Verkehrswacht an der Besprechung teilnahmen, wird ein umfangreicher Präventionsvortrag zusammengestellt, der auch praktische Elemente beinhalten wird. Hier wird die Schulklasse zunächst über die Hauptunfallursachen, wie Alkohol und Drogen am Steuer, Geschwindigkeitsunfälle und Ablenkung im Straßenverkehr aufgeklärt sowie die Folgen eines Verkehrsunfalls erläutert. Die erfahrenen Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Viechtach werden hierbei spielerisch den Schülern auch die Möglichkeit geben praktische Erfahrungen zu sammeln. Eigens dafür sicherte Herr Linsmeier bereits einen Fahrsimulator zu. Herr Benz von der FFW Viechtach schlug vor, das Herausschneiden aus einem Unfallfahrzeug zu demonstrieren und ein Einsatzfahrzeug samt Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus können die Schüler den Besprechungsraum der Feuerwehr nutzen, um sich den Vortrag von Herrn Dr. Meiler zum Thema „Trauma“ anzuhören.

Herr Oberstudienrat Nelz vom Dominicus von Linprun Gymnasium, der sich von der Idee und dem Projekt begeistert zeigte, meldete bereits drei Klassen der 11. Jahrgangsstufe zum Unfallpräventionsprojekt an. Bei möglichen logistischen Problemen, wie zum Beispiel der Transport der Schüler zum Krankenhaus, sicherte die ebenfalls anwesende Landrätin, Frau Röhrl, die Unterstützung seitens des Landkreises Regen zu. Darüber hinaus betonte Sie die Notwendigkeit derartiger Projekte für „Junge Fahrer“ und bot Ihre umfangreiche Unterstützung an.

Die Gesamtkoordination des Projekts im Bereich Viechtach wird vom Polizeipräsidium Niederbayern übernommen. Polizeioberrat Völkl zeigte sich zum Abschluss der Besprechung mit den erzielten Ergebnissen sehr zufrieden. Sollte sich dieses Projekt in Viechtach bewähren hoffe er, dass es auch an anderen Standorten in Niederbayern Nachahmer findet.

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