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Hohe Summen ergaunert: Dreiste Callcenter-Betrüger mit "Enkeltrick" in Abensberg und "Coronamasche" in Landshut

Abensberg / Landshut -  pol (28.01.2021) Gleich zweimal haben gestern, 27.01., CallCenter-Betrüger zugeschlagen. Ein Rentner aus Abensberg wurde Opfer eines Enkeltrickbetruges, in einem weiteren Fall haben die Betrüger einen Rentner aus Landshut um Bargeld und Gold gebracht. Die zentrale Bearbeitung dieser Fälle hat die Kriminalpolizei Niederbayern übernommen.

In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Staatsanwaltschaften arbeiten die Ermittler mit Hochdruck an der Aufklärung der Betrugsfälle.

 Steffi“ so der Name der vermeintlichen Enkeltochter, die am gestrigen Mittwoch, gegen 11 Uhr, bei einem Abensberger Rentner anrief und vorgab, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu sein. Sie sei gerade bei einem Notar und bräuchte nun einen hohen Bargeldbetrag.

In der Annahme, die Anruferin sei tatsächlich die Enkeltochter, besorgte der Rentner schließlich das Bargeld von seiner Bank. Nachdem der Rentner zuhause ankam, erhielt er einen Anruf aus dem angeblichen „Notariat“. Eine Mitarbeiterin würde das benötigte Geld in Kürze bei ihm abholen. Noch während des Telefonat erschien eine bislang unbekannte Frau bei dem Rentner und nahm das Bargeld, mehrere tausend Euro, an sich.

Beschreibung der Geldabholerin im Fall Abensberg

ca. 30-35 Jahre alt, etwa 170 groß, schlank, dunkelblonde, fast schulterlange gewellte Haare, sie trug eine Mund-Nasen-Maske, bekleidet war die Frau mit einem dunkelblauen Mantel und einer dunklen 7/8 Hose, keine Brille, die Frau hatte insgesamt gepflegtes Erscheinungsbild.

Zeugenaufruf im Fall Abensberg

Anwohner und Passanten, die gestern in Abensberg zwischen 10 Uhr und ca. 12.30 Uhr im Umfeld der Schillerstraße/Theodor-Körner-Straße/Lessingstraße verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge gesehen haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Landshut, Tel. 0871/9252-0, der Polizeiinspektion Kelheim, Tel. 09441/5042-0, oder jede andere Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Betrugsfall mit „Corona-Masche“ in Landshut

Nicht weniger dreist gingen die Betrüger gestern (27.01.) auch im Bereich Landshut vor. Unter dem Vorwand, sein Sohn sei an dem Coronavirus erkrankt, wurde ein 89-Jähriger um viel Geld und Goldbarren gebracht. Der klassische Enkeltrick ist dabei in abgeänderter Form genutzt worden. Falsche Enkel aber auch angebliche Ärzte rufen an oder geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hätten und nun dringend Geld für die Behandlung benötigten. Da sie in Quarantäne wären und selber nicht kommen könnten, würde ein guter Bekannter das Geld abholen.

Im vorliegenden Fall teilte ein angeblicher Arzt dem Rentner gegen 17 Uhr am Telefon mit, sein Sohn sei aufgrund einer Coronaerkrankung in ein Landshuter Krankenhaus eingeliefert worden. Für die erforderliche Behandlung sei dringend ein mehrere zehntausend Euro teures Medikament notwendig.

Aus Sorge um seinen Sohn übergab der Rentner gegen 18 Uhr schließlich an der Wohnungstüre einer unbekannten Frau, die sich als Mitarbeiterin des Arztes ausgegeben hatte, Bargeld und Goldbarren in Höhe eines hohen fünfstelligen Betrages.

Beschreibung der Geldabholerin im Fall Landshut

ca. 25 Jahre alt, etwa 175 cm groß, schlanke Figur, die Frau sprach hochdeutsch, sie hatte wellige, schulterlange Haare, bekleidet war sie mit einer Stoffjacke mit großem Pelzkragen

Zeugenaufruf im Fall Landshut

Anwohner und Passanten, die gestern zwischen 16.00 Uhr und ca. 18.15 Uhr im Bereich Paul-Klee-Straße/Matthias-Grünewald-Weg/Arnold-Böckling-Weg (evtl. dortige Sackgasse) verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge gesehen haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Landshut, Tel. 0871/9252-0, oder jede andere Polizeidienststellen in Verbindung zu setzen.

In einer gemeinsamen Aktion mit verschiedenen Allgemeinarztpraxen versucht derzeit die Beratungsstelle der Landshuter Kripo in den Landkreisen Kelheim, Dingolfing-Landau und im Bereich Landshut mit entsprechendem Informationsmaterial gerade unsere älteren Mitmenschen hinsichtlich dieser Betrugsmaschen zu sensibilisieren.

Seien Sie vorsichtig – informieren Sie ihre Eltern u. Großeltern

Trotz einer Vielzahl von Medienberichten über derartige Betrugsfälle gelingt es den Betrügern immer wieder, gerade unsere älteren Mitmenschen zum Teil um hohe Geldsummen und Vermögenswerte zu bringen. Häufig ist das zeitlebens Ersparte mit nur einem Telefonanruf weg.

Die Maschen der Betrüger sind dabei variantenreich und haben immer nur ein Ziel: Sie wollen ihren Opfer Geld aus der Tasche ziehen. Wie der Fall aus Landshut verdeutlicht, nutzen die Betrüger auch die Situation rund um die Corona-Pandemie rücksichtslos aus.

Um gerade wie im Fall mit der „Coronamasche“ geschildert auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir, bei dubiosen Gesprächspartnern angeblicher Behördenmitarbeitern die Möglichkeit des Rückrufs über die offizielle Nummer im Telefonbuch zu nutzen und sich dann mit dem Sachbearbeiter verbinden zu lassen.

Wichtige Informationen rund um das Thema „Call-Centerbetrug“, insbesondere für Angehörige von unseren älteren Bürgerinnen und Bürgern finden Sie auf der Seite der Polizeilichen Kriminalprävention des Bundes und der Länder unter den u. a. Links

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