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Bandbreite von Gewalt gegen Frauen auch bei uns im Landkreis groß - Hinschauen und helfen heißt die Devise

müler bei Frauennotruf

pm (17.08.2021) MdL Doris Rauscher, MdL Ruth Müller und Magdalena Wagner besuchten den  Frauennotruf Ebersberg. 25 Prozent mehr von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder und 17 Prozent mehr Beratungsgespräche. Das ist die Bilanz des Ebersberger Frauennotrufs mit Blick auf die langen Corona-Lockdown-Monate.

Der Vorstand des Vereins „Frauen helfen Frauen Ebersberg e.V.“diskutierte mit der Ebersberger SPD-Landtagsabgeordneten Doris Rauscher, ihrer Landtagskollegin Ruth Müller und Magdalena Wagner, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Ebersberg und Bundestagskandidatin, bei einem Antrittsbesuch in den neuen Räumlichkeiten des Vereins in der Ebersberger Bahnhofstraße.

Für Doris Rauscher, Vorsitzende des Sozialausschusses im Landtag, eine erschreckende Entwicklung: „Hinter diesen Zahlen stecken große Schicksale – der betroffenen Frauen, aber auch ihrer Kinder. Die Bandbreite der Gewalt ist auch bei uns im Landkreis groß und reicht von psychischer und körperlicher Gewalt bis zu Stalking oder Gewalt im digitalen Raum. Und: Betroffen sind Frauen in jedem Alter, von ganz jung bis zur Seniorin. Gut, dass es den Frauennotruf mit seiner ehrenamtlichen Rufbereitschaft und seinem vielfältigen Hilfsangebot gibt!“

Für die frauenpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Ruth Müller, MdL war es wichtig, zu erfahren, wie der Frauennotruf auf die Beschränkungen der Corona-Pandemie reagiert hat. Hier habe man gezielt versucht, die Angebote des Frauennotrufs verstärkt dort zu platzieren, wo Frauen sind. So wurden beispielsweise Plakate in Geschäften und Apotheken aufgehängt und deutlich gemacht, dass der Frauennotruf auch während der Pandemie für Notlagen ansprechbar und erreichbar ist. „Häusliche Gewalt muss aus dem Dunkelfeld herausgeholt werden“, betonte Ruth Müller. „Und dazu brauche es Informationen für Betroffene, aber auch für die Erzieherinnen, das Lehrpersonal, Arbeitskollegen und Nachbarn, damit niemand wegschaut, wenn Frauen und Kinder zu Opfern werden.“

Wie der Vorstand im Gespräch mit den beiden SPD-Abgeordneten deutlich machte, gäbe es neben der akuten Hilfe und Beratung für Betroffene viele Bereiche, in denen der Frauennotruf Ausbaubedarfe vor Ort sieht, beispielsweise bei der stärkeren Vernetzung mit dem Pflegestützpunkt, mit Ärzten oder Kliniken oder bei Präventionsangeboten für sehr junge Mädchen, beispielsweise durch mehr digitale Angebote. Wichtig ist auch der Ausbau der Täterarbeit: „Wenn Frauen von Gewalt betroffen sind, sind auch immer Täter involviert – für sie braucht es Angebote, doch bislang gibt es in ganz Oberbayern nur zwei Standorte“, bedauert Doris Rauscher.

„Ein Knackpunkt ist wie so oft auch das Thema Wohnraum – gerade im Speckgürtel Münchens sind bezahlbare Wohnungen schwer zu finden, insbesondere für Frauen mit kleinem Geldbeutel“, fasst Magdalena Wagner die größten Herausforderungen für den Verein zusammen. „Dazu kommt der hohe finanzielle Eigenanteil, den der Frauennotruf für sein Angebot stemmen muss. Dieser wird fällig, sobald der Freistaat ein Angebot fördert – vor allem für kleinere Vereine ist der Anteil aber oftmals sehr hoch und muss teils aus Spenden finanziert werden. Hier wäre eine gesetzliche Änderung auf Landesebene sehr wünschenswert.“

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