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Oxen-Weide, Feuchtgebiete und Trockenbiotope. OB Putz übernimmt Vorsitz im Landschaftspflegeverband

alles pflegeverband

Die Vorstandschaft des Landschaftspflegeverbands (LPV) Landshut mit OB Alexander Putz und Landrat Peter Dreier an der Spitze und mit Vertretern der Kommunen, der Forst- und Landwirtschaft und der Naturschutz-Verbände.

Stadt un Landkreis Landshut - pm (23.12.2019)  Der Landschaftspflegeverband (LPV) Landshut hat heuer in zahlreichen Teilen des Landkreises und im Stadtgebiet von Landshut wieder viel geleistet für den Erhalt und Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Laichplätze für selten gewordene Fischarten wurden saniert, gefährdete Amphibien wie der Laubfrosch nachgezüchtet, Kleingewässer angelegt und unter dem Motto „Landshut blüht“ 250 Obstbäume gepflanzt und über 14 Hektar Blumenwiesen neu angelegt: Es war eine beeindruckende Bilanz, die LPV-Geschäftsführer Tobias Lermer mit seinem Stellvertreter Helmut Naneder und dem LPV-Team vorlegen konnte.
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Auf dem Podium von links Stellvertretender LPV-Geschäftsführer Helmut Naneder, LPV-Geschäftsführer Tobias Lermer, 1. Vorsitzender OB Alexander Putz, 2. Vorsitzender
Landrat Peter Dreier, Elisabeth Heilmeier (LPV-Verwaltung) und Gebietsbetreuer Adrian Wimmer.

„Never change a winning team“, kein Wechsel bei einem Gewinner-Team – nach diesem Grundsatz vollzogen sich die Vorstands-Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung im Großen Sitzungssaal des Landratsamts. Nur an der Spitze gab es einen Wechsel, aber der war turnusgemäß und bereits bei der LPV-Gründung festgelegt worden: Nach vier erfolgreichen Jahren übergab Landrat Peter Dreier den Vorsitz des gemeinnützigen Vereins satzungsgemäß an seinen bisherigen Stellvertreter, Landshuts OB Alexander Putz, und ist nun 2. Vorsitzender. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Graurinder bereichern den Lebensraum Oxenau
Seit Mai grasen wieder ungarische Graurinder in der Landshuter Oxenau (Stadtteil Schönbrunn), deren Name an die Vieh-Trails erinnert, mit denen über Jahrhunderte Rinder-Herden von Ungarn nach Mitteleuropa getrieben wurden: Heute dient die Ansiedlung von vier Ochsen (vom Neusiedler See) auf einer Weide in der Oxenau der „naturschutzfachlichen Aufwertung“ des Areals und wird wissenschaftlich begleitet – abgesehen davon, dass die Tiere eine Attraktion für Einheimische und Besucher sind, wie LPV-Geschäftsführer Lermer in seinem Rechenschaftsbericht darlegte.
Die Beweidung durch die Ochsen, die sich bestens akklimatisiert haben, hat bereits interessante Strukturen in den Bewuchs des Geländes gebracht, wie Lermer erklärte: Man werde sehen, was für Folgen das für die Artenvielfalt bei den Insekten und ihren Nahrungsgrundlagen hat, also dem Bewuchs mit unterschiedlichen Gräsern und Kräutern.

Ziegen machen Laubfrosch den Lebensraum frei
Mit Erfolg setzt der LPV domestizierte Nutztiere auch im Markt Essenbach ein: für die Renaturierung von Flächen an südexponierten Hängen der Isarhangleite. Dort fressen Ziegen das Areal einer ehemaligen Kiesgrube frei von Weiden und Birken, die als sogenannte Pioniergehölze das Gelände überwuchert haben. Die Folge der Überwucherung: Der großflächige Schatten, den die Gehölze werfen, nimmt Licht weg, das Zauneidechsen, Laubfrösche und Kreuzkröten brauchen für die Fortpflanzung und Entwicklung. Aber auch Vogel- und Reptilien-Arten oder Tagfalter profitieren vom gezielten Einsatz der Ziegenherde, der zu einer großen Artenvielfalt auf dem Areal führt.

Mit ganz anderen, aber nicht weniger arten-bedrohlichen Problemen kämpfen die Süßwasserfische der selten gewordenen Arten Nase und Barbe in der Vils. Die Bodenerosion schwemmt Sedimente in den Fluss: Lücken und Zwischenräume im Kiesbett des Flusses – der Kinderstube der Fische – verschlammen regelrecht: Wenn kein sauerstoffreiches Wasser mehr hindurchströmt, kann aus dem Laich kein neues Leben hervorgehen.

Mehrere Laich-Plätze an der Vils saniert
Mit Fachwissen, Sorgfalt und mit Spezial-Baggern ist der LPV daran gegangen, an verschiedenen Stellen in Kleiner und Großer Vils Laichplätze zu sanieren. Dabei hat er eng kooperiert mit den Vertretern mehrerer Institutionen – mit dem Landratsamt Landshut, dem Wasserwirtschaftsamt, der Fischerei-Fachberatung des Bezirks und dem Kreisfischerei-Verein Vilsbiburg, der ein Nachzucht-Programm für Nasen ins Leben gerufen hat.

Im Landkreis-Norden, bei Schirmbach (Stadt Rottenburg), hat der LPV Lebensräume für die weltweit gefährdete Gruppe von Land-Wirbeltieren geschaffen, die die Zoologen Amphibien nennen. Damit Frösche, Unken, Kröten und andere Lurche die Weiher wieder als Laichgewässer nutzen können, sind die steilen Ufer zu Flachwasser-Zonen umgestaltet worden.

Vorstand: Kommunen, Landwirte, Naturschützer
LPV-Geschäftsführer Lermer und im Anschluss daran Adrian Wimmer, Gebietsbetreuer für das Mettenbach-Grießenbacher Moos, wo sich 170 Hektar Fläche im Eigentum des Landkreises Landshut befinden, legten eine Reihe weiterer Naturschutz-Maßnahmen unter LPV-Regie dar. Im Isarmoos kämpfen die Naturschützer im Schulterschluss mit Landwirten im Rahmen von Vertragsnaturschutz-Programmen um den Erhalt der Populationen von Wiesenbrütern – vor allem von Großen Brachvögeln und Kiebitzen.
Um das alles auch im nächsten Jahr bewerkstelligen zu können, hat der LPV einen Jahres-Etat in Höhe von rund 760 000 Euro beschlossen. Dem LPV-Vorstand gehören an: 1. Vorsitzender OB Alexander Putz, 2. Vorsitzender Landrat Peter Dreier; Vertreter der Kommunen: Rottenburgs Bürgermeister Alfred Holzner; Vertreter der Land- und Forstwirtschaft: Renate Hanglberger, Robert Huf, Alois Schweiger; Vertreter der Naturschutzverbände: Albert Maier, Dr. Johann Obermeier, Hubert Rauscher. Kassenprüfer sind die Bürgermeister Peter Forstner (Neufahrn) und Josef Klaus (Niederaichbach).


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