@Mitbürgerin Jessica

Ich freue mich, dass Sie hier mitmachen, Frau Oncur. Mit Fr. 'Bienel' diskutieren werde ich nicht, weil ich nur zu deutlich ahne, wer das ist. Gesagt haben Sie es bereits: eine Versuchsballonsteigenlasserin (aus dem hiesigen Politzirkus) und keineswegs irgendeine Bürgerin mit einer wirklichen und einfachen "Meinung". Das Klinikum zu privatisieren ist aus vielerlei Gründen ersichtlich Unfug, auch wenn ich mich da im Grunde nicht als Fachmann bezeichnen darf. Im Rottal fand voriges Jahr eine Volksabstimmung statt, weil der schwer gebeutelte Landkreis die dortigen vier Krankenhäuser verkaufen wollte. Ergebnis: Überwältigende 87 Prozent der Teilnehmer stimmten gegen den Verkauf und damit gegen die Privatisierung. Sie ahnten, was das bedeuten würde, und das wollten sie nicht. Anzunehmen ist, dass die Mehrheit hier nicht viel anders wäre. Jetzt hat der Landkreis Rottal-Inn ein schweres Problem. Fachleute schätzen, man müsste hierzulande ein Fünftel aller Krankenhäuser schließen, um den durch den Fallpauschalen-Unsinn erzeugten Wettbewerbsdruck aus dem System zu nehmen.

Um solche Entscheidungen drückt sich jeder Gesundheitspolitiker, dem sein Pöstchen lieb ist. Das Landshuter Klinikum wird so oder so nicht geschlossen werden, weil die Bevölkerung und die Nachfrage da sind. Also wird die Stadt einstweilen dafür zahlen müssen. --- Sie, Frau Oncur, haben den Punkt "Grundsteuer" angesprochen, woraufhin Ihre Kontrahentin forsch mit dem Satz reagiert "Es geht hier nicht um die Grundsteuer". Ja, das würde sie nur zu gerne bestimmen, um was es "geht". Natürlich wäre ein Bündel von Maßnahmen notwendig, damit die Stadt wieder Land sieht. Das dazu die Erhöhung der Einnahmen und die Vermeidung aller vermeidbaren Ausgaben gehören, ist klar.

Wenn man aber sieht, wie sich hier Jahr um Jahr die Einzelinteressen samt deren Repräsentanten immer weiter zersplittern, dann muss man sich durchaus fragen, wo die vielen notwendigen Kraftakte herkommen sollen. Wahrscheinlich haben Sie, Frau Oncur, auch darin recht: Es wird nur und vor allem mit den jungen Leuten gehen, die ihren Frust über das, was ihnen zwei Vorgängergenerationen hinterlassen haben, hinunterschlucken und in die Hände spucken müssen. Es ehrt Sie, dass Sie das vielen jungen Leuten zutrauen.

P.S.: Gerade heute hört und liest man von verschiedener Seite, dass die Austeritätspolitik in Südeuropa, wie schon zuvor in Irland, allmählich Früchte trägt und ab 2014 wieder Zuwächse zu erwarten sind. Zwar ist das nicht ganz vergleichbar; aber im Großen wie im Kleinen, also in Griechenland wie in Landshut, sind und bleiben demagogische Sprüche gegen das Sparen und für das Anspruchsdenken populär. - gez.  Max Geltinger