Sehr geehrter Herr Huber, hier wende ich mich mit persönlicher dringender Bitte an Sie: es geht um Herrn Klaus OPITZ, er wohnt in Landshut, Breslauer Str. 4. Herr Opitz ist weder mit mir Verwandt, noch bin ich mit ihm persönlich befreundet oder sonstwie verbunden. Ich kenne ihn nur, weil ich in der Breslauer Str. 2a Frau Anna Pill bereits seit fast zwei Jahren pflege. Frau Pill, Herr Opitz und andere Anwohner der Häuser in der Breslauer Str. 2, 2a, 4 und andere sitzen des öfteren im gemeinsamen Hof gemütlich zusammen, es hat sich dort seit Jahren eine Art Gemeinschaft wie in einem Dorf gebildet. Daher kenne ich Herrn Opitz, weil ich ihn dort sehr oft treffe. Herr Klaus Opitz hat vom Wohnungsamt Landshut einen Brief erhalten, wonach er seine Wohnung räumen muß, er wird dann in irgendeinem Männerheim mit einem fremden Mann zusammen in einem Zimmer wohnen müssen; und seine Wohnung (1 Zi-Wohnung, ca. 35 qm soll eine Dame mit Kind bekommen). Anscheinend hat Herr Opitz von Anfang an keinen Mietvertrag unterschrieben, man hat ihm damals nicht richtig die Konsequenzen erklärt, oder hat Herr Opitz aus irgendeinem Grunde es versäumt, einen Mietvertrag anzufordern und abzuschließen. Die Miete wird jedoch ohne jede Verzögerung immer korrekt überwiesen. Auch sonst ist das Verhalten von Herrn Opitz äußerst ruhig, er es ist absolut liebenswürdig, korrekt und von absolut einwandfreier Integrität. Nach einem sehr schweren Schlaganfall ist Herr Opitz ziemlich gesundheitlich angegriefen, er kann sich kaum noch verständlich artikulieren, sein Gesundheitszustand ist noch immer sehr kritisch, eine Erwerbsfähigkeit wäre für ihn überhaupt nicht vorstellbar (vielmehr wird er bald Pflege brauchen), abgesehen davon, daß er bereits schon im Renten-Alter ist (soweit mir bekannt). Nun sitzt er da im Hof wie von einer dunklen schweren Wolke bedrückt, völlig vereinsamt, traurig und am Rande der Depression. Und niemand hilft ihm. Weder hat er Angehörige in Landshut, noch kennt er Menschen, die sich für ihn einsetzen würden. Darum bitte ich Sie dringend um Ihren persönlichen Einsatz für Herrn Opitz. Bitte helfen Sie ihm in der Breslauer Straße 4 zu bleiben, dort wo er – möglicherweise – seine letzte Heimat gefunden hat, wo er liebenswürdige Menschen um sich hat, wo er sich auskennt und sich wohlfühlt, und wo er verstanden wird. Ich appelliere hier an Ihre Mitmenschlichkeit, nur ein Anruf von Ihnen kann zur sofortigen Regelung dieser Angelegenheit mit Einhaltung elementarsten Menschlichkeitsprinzipien verhelfen. Die Mitarbeiterin vom Wohungsamt Landshut geht wohl nur formal vor, so kann sie jedoch einem sehr kranken Menschen unnötig großen Schaden zu fügen (außerdem ist es (für mich) auch fraglich, ob eine Frau mit Kind in einer 1-Zi. – Wohnung dauerhaft wird bleiben können). - Mit freundlichen Grüßen Isaak Busch

