Wer das schon im Format ungewöhnliche Buch in der Hand hält und zu blättern und zu lesen beginnt , ist von der Darstellung der Landshuter Stadt- und Kulturgeschichte mit Bildern von großartigen Künstlern sehr angetan und wird sich dieses "Stadtlesebuch" gerne kaufen. Die dargesellten Epochen der Stadt werden mit vielen Hinweisen auf Quellenmaterial und ergänzende Literatur vervollständigt, um einem selbst gestellten Anspruch auf Qualität und redlicher Wissenschaftlichkeit gerecht zu werden. Das ist beeindruckend gelungen. Der zweite Teil des Buches beginnt mit den letzten Kriegstagen und endet mit einem fast visionären Kapitel "Zukunft aus der Vergangenheit".Dort werden von Josef Deimer das "Fundament guter Perspektiven" und mit dem Unterkapitel "Gegen den Trend von Privatisierung öffentlicher Einrichtungen" modernste Ansätze der augenblicklichen Entwicklung von Politik referiert ( Berlin kauft derzeit seine Wasserversorgung zurück). In dem Text des zweiten Teils über Landshut nach dem 2. Weltkrieg sind von Ursula Weger verfasste berührende Portraits von Menschen wie Mirjam Pressler als "Mittlerin zwischen zwei Welten" (S.219 ff) oder über Franz Carrl Heimito Ritter von Doderer, dem "Wahl-Landshuter" zu finden , die die geschilderte Epoche quasi "untermalen." Das Buch enthält zudem viele bildnerische Kunstwerke über Landshut . Text und Inhalt des bestens gelungenen Buches laden jeden Leser ein, sich mit der Geschichte und den Persönlichkeiten dieser dort beschriebenen Epochen auseinanderzusetzen .Dann wird das bibliophile Kleinod zu einer Schatztruhe nicht nur für geschichtsinteressierte Bürger, sondern für alle Landshuter, die "ihre Stadt " schätzen und gerne hier leben. Es lohnt sich einfach, in das beeindruckende Werk zu schauen , das die beiden Autoren viele Jahre Vorarbeit gekostet haben muß, wie Qualität und Umfang dieses ungewöhnlichen Buchprojekts belegen. Allein die Darstellung der verwendeten und weiterführenden Literatur umfasst sieben eng bedruckte Seiten. Die bisherigen Kommentare von "Tiefdenkern" sind nur möglich, wenn diese das Buch noch nicht in der Hand hatten.Das ist sehr schade, weil es sich lohnen würde. - gez. Prof. Dr. Ernst Fricke, Mag. rer. publ.

