Als Kreisrat habe ich seit dem Jahr 2002 viele Bauvorhaben miterlebt. Vor allem im Schulbereich. Von der Erweiterung der Realschulen bis zum Neubau eines Gymnasiums. Seit 2008 bin ich auch Mitglied im Zweckverbandsrat Berufsschulen und an gewichtigen Entscheidungen bezüglich der aktuellen Bauprojekte beteiligt. Der Vorschlag, die Baukosten von Anfang an zu deckeln, kam aus dem Landkreis. Damit machen wir regelmäßig gute Erfahrungen. Zuletzt beim Gymnasium Ergolding. Als Auftraggeber hat man eine gute Verhandlungsposition und für die Planer ist es eine gute Werbung, wenn sie Kostenpläne einhalten können. Dieses Prinzip funktioniert auch bei der Ertüchtigung der Berufsschulen. Mit einer Einschränkung. Es ist schlicht unmöglich, Kosten, Preise und Löhne über fünf Jahre im Voraus zu kalkulieren. Also hat man vor Baubeginn die aktuellen Preise zugrunde gelegt. Das ist absolut korrekt. Dem Zweckverbandsrat war bewusst, dass sich im Lauf der Jahre Änderungen ergeben würden. Aber aktuelle Zahlen geben eine bessere Entscheidungsgrundlage, als Spekulationen. Und Pleiten von Firmen, die am Bau beteiligt sind, lassen sich ohnehin schlecht vorausberechnen. Vor Baubeginn gab es ja noch eine andere Variante. Den Neubau der Berufsschulen an anderer Stelle, beispielsweise auf dem ehemaligen Kasernengelände oder gar in einer Umlandgemeinde von Landshut. Im Kreistag sind einige Mitglieder nach wie vor überzeugt, dass man dabei billiger weg gekommen wäre. Aber letztlich gab es auch mit Stimmen von Kreisräten das Votum, die Berufsschulen an ihren bisherigen Standorten zu belassen, um die Stadt Landshut als Zentrum für Bildung und Ausbildung zu stärken. Überhaupt gerät mir die gute Zusammenarbeit von Stadträten und Kreisräten bei diesem 100-Millionen-Projekt bei der Diskussion um die Finanzen deutlich zu kurz. Der Berufsschulzweckverband kann durchaus ein Modell für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Landshut werden. Aufgabengebiete gäbe es genug. Beispiele: Verbund im öffentlichen Personennahverkehr, gemeinsame Krankenhausversorgung oder regionale Straßenverkehrsplanung. Was wir dafür brauchen, sind mehr gemeinsame Sitzungen von Kreisräten und Stadträten. Was wir dafür nicht brauchen, sind kommunalpolitisch unbeleckte Schaumschläger mit Schwarzem Gürtel, die alles schlecht reden können, aber keine konstruktiven Vorschläge liefern. - Michael Vogt, Aham, Kreisrat

