Autobahn B15 neu

Das Besondere an der B15neu ist, dass hier schon Geisterfahrer unterwegs sind, noch bevor der Straßenbau beschlossene Sache ist. Politische Geisterfahrer, muss man ergänzen, die nicht erkennen können, in welche Richtung die zukünftige Verkehrspolitik weist: Erhaltung des Bestands geht vor Neubauten und die Güter kommen auf die Schiene. Die B15neu ist nicht als Entlastung für die Stadt Landshut, sondern für den Großraum München geplant. Ich frage mich, warum sich so viele damit schwer tun, das zu verstehen. Ein Blick auf eine Deutschlandkarte würde schon reichen. Weder für die Stadt, noch für den Landkreis Landshut dient die B15 neu zur Verbesserung der „Infrastruktur“. Wenn schon, dann geht es aus hiesiger Sicht um eine „Extrastruktur“. Die Autobahnverbindung von Dresden oder von Amsterdam nach Österreich wird leistungsfähiger. Vor Ort in Landshut haben wir im wahrsten Sinne des Wortes „einen Dreck davon“. Vom Verkehrsexperten Professor Harald Kurzak gibt es eine Untersuchung, wie sich die neue Autobahn auf die Verkehrsdichte in und um Landshut auswirkt. Die Adenauerstraße wurde demnach im Jahr 2007 werktäglich von 28.000 Fahrzeugen befahren. Bei einem Bau der B15neu bis zur A 94 läge die Verkehrsbelastung auf der Adenauerstraße im Jahr 2025 bei 25.000 Fahrzeugen. In der Veldener Straße würde der tägliche Verkehr von 17.100 auf 15.100 Fahrzeuge zurück gehen. Entlastung sieht anders aus. Die Gegner der Autobahn haben es gut mit der Stadt Landshut gemeint. Man kann nämlich eine zu hohe Verkehrsdichte nicht dadurch beheben, indem man zusätzlich 11.000 Fahrzeuge in die Region einfahren lässt. Wenn zukünftig der motorisierte Verkehr in Landshut einen Kollaps erleidet, dann geht das eindeutig auf die Rechnung der Autobahnbefürworter. - gez. Michael Vogt