Liebe Autobahnfreunde Die „B15neu“ ist eine angedachte Autobahn von Regensburg nach Rosenheim. Sie gehört zum Bundesfernstraßennetz und macht, wenn überhaupt, nur dann Sinn, wenn sie von der A93 bis zur A8 reicht. Sie soll die A9 (Nürnberger Autobahn) und die Ostumgehung von München entlasten. Zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt Landshut taugt sie wenig. Das zeigen die Berechnungen aus dem Gutachten von Professor Kurzak. Man kann über die Validität seiner Zahlen diskutieren. Aber es ist zumindest ein wissenschaftlicher Ansatz um Prognosen über zukünftige Verkehrsströme zu ermitteln. Mir ist das lieber, als die Blicke anderer in ihre Kristallkugeln, in der sie „verkehrstechnische Entlastung in definitiv hohem Maß“ oder „spürbare Verkehrsentlastung“ auf allen Bundesstraßen durch Landshut erkennen können.
Aus dem Kurzak-Gutachten liegen mir drei Schaubilder vor. Sie zeigen jeweils das Straßennetz um Landshut in drei Varianten. Dabei ist für jeden Straßenabschnitt die Verkehrsdichte angegeben. Variante 1 zeigt den Ist-Zustand aus dem Jahr 2007. Variante 2 zeigt die Verkehrsdichten, wenn die ersten drei Bauabschnitte der B15 neu bis zur A92 in Essenbach fertig sind. Variante 3 zeigt, wie viele Fahrzeuge wo unterwegs sind, wenn die B15 neu im Jahr 2025 bis zur A94 reichen sollte. Das ist die Variante, für die sich hier in der Region Lokalpolitiker stark machen, die entweder im Kiesgeschäft stecken, oder bei einem Baumaschinenhersteller oder einem Bauunternehmen arbeiten. Diese Variante hilft vielleicht ihren Firmen, nicht aber der Stadt Landshut. Denn der Vergleich der Varianten 1 und 3 zeigt, dass beispielsweise in der Adenauer Straße die Verkehrsdichte von werktäglich 28.000 Fahrzeugen auf 25.000 Fahrzeuge zurück gehen würde.
Ich weiß nicht, wie man darin eine Entlastung sehen kann. Bei keiner der vielbefahrenen Straßen in der Stadt geht die Verkehrsbelastung spürbar zurück. Man muss sich endlich von der Vorstellung befreien, dass die Autobahn irgendwelche Verkehrsprobleme in der Stadt Landshut lösen könne. Gefragt sind lokale Verkehrskonzepte, die die Stadt aber nur gemeinsam mit dem Landkreis erarbeiten kann. Noch ein Wort zu Herrn Alexander Putz: Über die derzeitigen Baumaßnahmen, das Ende der B15 neu an der A92 und die Folgen daraus für den Verkehr in Landshut habe ich mich in meinem letzten Beitrag überhaupt nicht geäußert.
Mit Ihrem Begriff „weltfremd“ können Sie mich daher gar nicht meinen. Die Berechnungen von Prof. Kurzak zu dieser „Variante 2“ zeigen aber tatsächlich brutale Folgen für den Verkehr in Landshut. Adenauer Straße von 28.000 auf 35.000 Fahrzeuge. Veldener Straße von 17.000 auf 20.000 Fahrzeuge und so weiter. Die Gegner der Autobahn wollten die Stadt Landshut vor diesen Verkehrslawinen bewahren. Getreu dem Motto: Wehret den Anfängen. Hat leider nicht geklappt. Die Autobahnfreunde müssen das bevorstehende Chaos nun auf ihre Kappe nehmen. - gez. Michael Vogt, Kreisrat

