Gesinnungsethik

B15n - @Alexander Putz Lieber Herr Putz, zunächst vielen Dank, dass Sie mir eine ethische Gesinnung attestieren. Da will ich nicht widersprechen. Deshalb liegt es mir auch fern, Ihnen etwas zu unterstellen. Allerdings möchte ich anmerken, dass Ihre Interpretation von „Gesinnungsethik“ die Vorgaben durch Immanuel Kant und Max Weber weit verfehlt. Meine Aussage zum Autobahnbau „Wehret den Anfängen“ ist doch nicht schwer zu verstehen. Ich halte den Bau der B15neu für eine falsche Maßnahme. Vom ersten Meter an. Man hätte nicht damit beginnen dürfen. Ihre Mutmaßungen über das, was ich denke, entbehren jeder Grundlage. Der Verkehrskollaps, über den wir hier reden, steht vielleicht ab dem Jahr 2018 an. Ich erlaube mir, bereits jetzt auf dieses Problem hin zu weisen und warte ihn nicht ab, wie Sie schreiben.

Und ich weise auch darauf hin, dass der innerstädtische Verkehr in Landshut und die Autobahn zwei verschiedene „Baustellen“ sind. Das erwähnte Gutachten sieht selbst bei einer durchgehenden Autobahn keine wesentliche Entlastung für die am meisten befahrenen Straßen in der Stadt. Auf der B15 zwischen Ergolding und Landshut werden weiterhin werktäglich über 30.000 Fahrzeuge unterwegs sein. Das ist Ziel- und Quellverkehr. Und wenn in der Adenauer Straße anstatt durchschnittlich alle 3,1 Sekunden nur mehr alle 3,5 Sekunden ein Fahrzeug „durchrauscht“, dann ist das keine Erleichterung. Kurzum: Die bisherigen Verkehrsprobleme bleiben der Stadt Landshut erhalten. Mit wie ohne B15 neu.

Den Autobahnbau halte ich deshalb für eine verfehlte Maßnahme, weil ich langfristig denke. Wie wird der Fernverkehr in 30 oder in 50 Jahren aussehen? Man kann es ahnen. In Planung ist ein Brenner-Basistunnel, der hier in Diskussionen bei Rundschau24.de (Danke übrigens, dass Sie das ermöglichen, Herr Schnall) schon erwähnt wurde. Dabei handelt es sich um eine Eisenbahnstrecke. Bekannt ist, dass die vorhandenen Schienenwege hierzulande nicht ausreichen, um den Zugverkehr vom und zum Tunnel aufzunehmen, wenn er seine volle Kapazität entfalten soll. Anstatt die Bahnstrecke von Landshut nach Rosenheim leistungsfähiger zu machen, plant man als Zubringer eine Autobahn. Mehr sog i ned. Schöne Grüße. - gez. Michael Vogt, Aham, Kreisrat