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Gemütlich ging's los, aber dann zielstrebig weiter. Laura Künzler will in der Champions League spielen

laura künzller zweiVilsbiburg (03.10.2017) Laura Künzler ist eine zielstrebige Person. Mit einer kleinen Ausnahme vielleicht, die aber lange zurückliegt. „Eigentlich“, sagt die neue Schweizer Außenangreiferin der Roten Raben, „wollte ich nie Volleyball spielen.“ Ursprünglich zog es sie zum Turnen, doch spätestens als ihre Größe („Ich war sehr früh sehr groß“) dort zum Nachteil wurde, schwenkte sie um – und begann Volleyball zu spielen. Mit durchschlagendem Erfolg: Anno 2017 sei Laura „das wohl größte Schweizer Talent im Volleyball der letzten Jahrzehnte“, sagt jener Mann, der das wissen muss: ihr National- und Vereinstrainer Timo Lippuner, dem die 20-Jährige im Sommer auf Clubebene von Sm’Aesch Pfeffingen zu den Roten Raben folgte. „Gemütlich“ sei es losgegangen in ihrer Volleyball-Karriere, erinnert sich die 1,89 Meter große Neu-Vilsbiburgerin.

Lauras enormes Talent blieb jedoch nicht lange verborgen, und so nahm ihre Laufbahn bald Fahrt auf. Von Volley Neuenhof wechselte sie über Kanti Baden (Nationalliga B) schon mit 17 zum Erstligisten Pfeffingen. Coach von Sm’Aesch war damals schon Timo Lippuner, der fortan die Volleyballerin Laura Künzler entscheidend formte: „Als ich zu Timo kam“, erzählt Laura, „war das ein Riesen- Unterschied zu den anderen Trainern, die ich davor hatte. Er ist so ein harter Arbeiter, hat immer höchste Ansprüche und fordert mich in allen Bereichen.“

Dass angesichts ihrer steilen Entwicklung irgendwann der Sprung ins Ausland anstehen würde, war logisch. Nun will sich Laura Künzler bei den Roten Raben beweisen; vor ihrer Feuertaufe in der starken Bundesliga ist sie beseelt von einer Mischung aus freudiger Erwartung und angemessenem Respekt vor der neuen, sehr professionellen Umgebung. Für eine Schweizer Spielerin sei der Wechsel nach Deutschland „schon ein großer Schritt“, sagt sie, „das haben noch nicht so viele gemacht“. Ihre Erwartungen im ersten Auslandsjahr? Sie möchte sich „weiterentwickeln in Sachen Technik und Physis“, ihre Einsatzzeiten bekommen – und unter dem Strich „die Erwartungen übertreffen“.

Mittelfristig träumt Laura Künzler von der europäischen Königsklasse. „Eines Tages“, sagt sie, „möchte ich bei einem Team, das regelmäßig in der Champions League startet, eine wichtige Rolle spielen.“ Und auch für die noch ferne Zeit nach der aktiven Laufbahn hat die 20-Jährige schon konkrete Pläne: Dann will sie als Lehrerin arbeiten und zudem als Volleyball-Trainerin.

Geboren wurde Laura Künzler, die bis vor ein paar Wochen ihre gesamte sportliche Karriere in der Schweiz verbracht hatte, jenseits des großen Teichs – in Berkeley bei San Francisco, wo ihr Vater seine Postdoktorarbeit machte, also eine Weiterbildung. Schon drei Monate nach Lauras Geburt am ersten Weihnachtsfeiertag 1996 kehrte die Familie in die Schweiz zurück.

Laura ist die zweitälteste von vier Töchtern im Hause Künzler; etwaige Bedenken, dass es ihr Vater, der heute als Mikrobiologe an der ETH Zürich arbeitet, angesichts der weiblichen Übermacht daheim nicht leicht hätte, weist sie mit einem entrüsteten Lächeln zurück: „Der Papa genießt das!“ Ein Höhepunkt im Familienleben, erzählt Laura, sei es, „wenn wir im Sommer alle in die Badi fahren und Volleyball spielen“.

 

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