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IHK-Unternehmerparlament beton Chancen der Zuwanderung Auch Tschechien im Focus

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Die Diskussion um die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften war einer der zentralen Punkte bei der gestrigen Sitzung der IHK-Vollversammlung in Passau. Die gewählten Unternehmensvertreter aus der niederbayerischen Wirtschaft beschlossen dazu einstimmig ein gemeinsames Positionspapier der bayerischen IHKs.

„Der Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen in die Region stellt viele Kommunen vor große Herausforderungen, bietet aber – unter bestimmten Voraussetzungen – Chancen für den heimischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“, sagte IHK-Präsident Dr. Josef Dachs.

Eine wichtige Forderung des Positionspapiers ist daher das so genannte „3+2“-Modell. Damit ist gemeint, dass junge Asylbewerber während der drei Jahre einer Berufsausbildung und für weitere zwei Jahre des Berufseinstiegs nicht abgeschoben werden dürfen. „Die duale Berufsausbildung ist eine der besten Formen zur Integration von jugendlichen Flüchtlingen.

Humanitäre Unterstützung und Chance zur Fachkräftesicherung treffen sich“, ist dazu in dem Positionspapier zu lesen. Gleichwertig steht daneben aber auch die Forderung, solche Nachwuchskräfte möglichst früh in eine passende Sprachförderung zu bringen. Viele Asylsuchende verfügten bereits über Qualifikationen, die in deutschen Betrieben gefragt sind – aber nur mit einer Sprachförderung könnten diese Potenziale genutzt und die Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Weitere Punkte des Positionspapiers sind unter anderem eine erleichterte Zuwanderung für Auszubildende und Fachkräfte in so genannten „Mangelberufen“, die den tatsächlichen Erfordernissen vor Ort entspricht oder die stärkere Berücksichtigung von Qualifikation und Berufserfahrung in den Regelungen zur Zuwanderung.

Das Nachbarland Tschechien und die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen seit der Grenzöffnung vor 25 Jahren nahm bei der Sitzung IHK-Vizepräsident Jürgen Wallstabe in den Blick. Er berichtete von den ersten Erfahrungen, beispielsweise bei einer im Frühjahr 1990 von der IHK organisierten Unternehmerreise mit insgesamt 300 Teilnehmern aus Niederbayern und Südböhmen oder von der Einrichtung eines Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft in Prag, aus dem 1993 die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer hervorgegangen ist. Heute, so Wallstabe, sei die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Nachbarland von hochwertigen Produktionsprozessen auf Augenhöhe bestimmt.

Das Zusammenwachsen könne noch verbessert werden, beispielsweise durch den Ausbau der Verkehrswege in den Grenzregionen oder einen vereinfachten Zugang zu den jeweiligen Märkten. Dennoch lautete das klare Fazit des IHK-Vizepräsidenten: „Insgesamt haben die Wirtschaft und die Menschen gewonnen.“

Weitere Themen der Sitzung waren unter anderem Änderungen im Wettbewerbsrecht, Erfahrungen mit dem Mindestlohn und die Neugestaltung der Erbschaftsteuer.

Angeschlossen an die Sitzung war eine öffentliche Veranstaltung mit Professor Martin Selmayr, Kabinettschef des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, zum Thema „Die neue Europäische Kommission und ihre Herausforderungen“.

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