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Endlagerbau im Schacht Konrad geht voran: MdB Bauer und Oßner vor Ort

Gruppenbild Umladestation

Würgassen – pm (09.07.2019) PreussenElektra lädt auch in diesem Jahr wieder Mandats- und Funktionsträger an ihren Standorten ein, sich über die Themen Stilllegung, Rückbau und Entsorgung aus erster Hand zu informieren. In diesem Jahr geht es um die Entsorgung von schwach- und
mittelradioaktiven Abfällen – jenen also, die maßgeblich im Rückbau anfallen werden.

Vertreter aus der Region um die Kernkraftwerke Isar und Grafenrheinfeld nahmen an der ersten Veranstaltung am 3. Juli teil. Die Bundestagsabgeordneten Nicole Bauer und Florian Oßner sowie der stellvertretende Landrat von Dingolfing/Landau Werner Bumeder sowie Josef Klaus, Bürgermeister von Niederaichbach, konnten sich über die fortschreitenden Umbauaktivitäten des ehemaligen Eisenerzbergwerks zu einem Endlager unter Tage ein Bild machen.

In einem Einführungsvortrag erläuterten die Mitarbeiter der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Diplomgeologe Christian Islinger und Johannes Schneider, den Weg des stillgelegten Eisenerz-Bergwerks zum ersten nach Atomrecht genehmigten Endlager Deutschlands, vom Antrag auf Planfeststellung 1982 bis zur Fertigstellung, die nicht vor dem Jahr 2027 erfolgen wird. Nach einer Sicherheitsunterweisung ging es über den Schacht 1 (dient zukünftig für Personen- und Materialtransporte sowie als Wetterschacht für die Frischluftzufuhr) 1.000 Meter unter Tage.

Wie auch die anderen knapp 3.000 Besucher, die pro Jahr in den Schacht Konrad einfahren, wurde die Gruppe in dem 40 Kilometer langen Streckennetz unter Tage auf einem Fahrzeug von Station zu Station gefahren. Vorbei an Werkstätten, Waschplätzen, Grubenwehr (Feuerwehr unter Tage), Büro- und Sozialcontainer und weiterer Gruben Infrastruktur, ging es in rasanter Fahrt zur ersten Station. Dort fand an übersichtlichen Schaubildern die Einweisung in das Grubengebäude statt.

Arbeiten an der Umladestation

An der zweiten Station erläuterten die BGE-Mitarbeiter die Funktionsweise des Betonmischwerkes, in dem ein spezielles Betongemisch hergestellt wird, das für die Verfüllung der verbleibenden Hohlräume in den Einlagerungsstollen benötigt wird. Die sogenannte Umladestation mit Einlagerungstransportstrecke auf 850 Meter war dann der dritte Halt. Dort kommt der Schacht 2 auf 850 Metern unter Tage an, dieser dient künftig als Einlagerungsschacht für die radioaktiven Abfälle und für „ausziehende Wetter“, also verbrauchte Luft.

An der letzten Station konnten die Besucher einen Blick in einen der ca. 400 bis 800 Meter langen Einlagerungsstrecken im Einlagerungsfeld 1 werfen, die sich in 800 bis 850 Metern Tiefe befinden. Sechs dieser Einlagerungsstrecken sind bereits aufgefahren und werden demnächst für ca. 65.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle Platz bieten. Weitere Einlagerungsstrecken (Einlagerungsfeld 2) werden erst sukzessive, parallel zum Einlagerungsbetrieb in Feld 1, aufgefahren. Nach zwei eindrucksvollen Stunden auf über dreizehn Kilometern Strecke bei ca. 30 Grad Celsius unter Tage, ging es mit Schacht 1 wieder über Tage.

FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer über die Besichtigung: „Der Schutz der Biosphäre und der Bevölkerung muss oberstes Ziel sein. Unter Tage konnten wir uns ein Bild von den Bauarbeiten im Schacht machen und live erleben, mit welcher Professionalität, technischem Wissen und Verstand an dem Bau eines sicheren Endlagers gearbeitet wird. Es macht uns Mut, dass die Abfälle sicher verstaut werden.“

CSU-Bundestagsabgeordneter Florian Oßner war beeindruckt von dem immensen Aufwand für die sichere Endlagerung. Kritisch sieht er jedoch den Zeitplan: "Wir müssen alles daranlegen, den Prozess der Endlagerung zu beschleunigen. Für den Rückbau von Isar 1 und 2 sowie für alle Beschäftigten aus unserer Heimatregion braucht es klare Planungssicherheit. Die Bundesregierung und alle beteiligten Länder haben deshalb die Aufgabe, alle Hürden schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen", so der
Infrastrukturpolitiker Oßner. "Dafür werde ich mich auch in unseren Gremien einsetzen."

Bürgermeister Josef Klaus nach der Besichtigung: „Der Umbau des Schachtes Konrad zu einem Endlager für Schwach- und Mittelbelastetes Material ist ein Vorhaben, welches von allen Beteiligten sehr professionell umgesetzt wird. Wenn in diesen Tiefen mit den entsprechenden Behältern eingelagert wird, kann mit Sicherheit für unsere folgenden Generationen keine Gefahr mehr ausgehen. Bleibt zu hoffen das auch die Zeitschiene der Fertigstellung eingehalten werden kann, damit bei den Standortgemeinden die Läger geräumt werden können.“

„Nach den Rückbauinformationsfahrten zu den Kernkraftwerken Würgassen und Stade in den letzten zwei Jahren hat PreussenElektra nun eine Informationsfahrt an den Ort angeboten, wo 2008 die Ausbauarbeiten des Endlagers Konrad begonnen haben. Neben regelmäßiger Information der Entscheidungsträger im Kernkraftwerk ist es uns wichtig, auch zu anderen relevanten Themen am Ort des Geschehens zu informieren. Die Eindrücke, die man dabei gewinnt, kann man mit keiner Broschüre oder mit keinem Film vermitteln“, so Bernd Gulich, zuständig für die Kommunikation im KKI.

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