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Neue Visionen für grenzübergreifendes Arbeiten und Wirtschaften schaffen

Marienbader Gespräche HWK Vertreter

v. l.: Präsident Dr. Georg Haber, Abteilungsleiterin Katharina Wierer und Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. - Foto: HWK

Niederbayern – pm (25.11.2021) Die 13. Ausgabe der Marienbader Gespräche erfolgte dieses Jahr im digitalen Format. Am Mittwoch begrüßte die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz rund 100 Experten aus der Grenzregion Tschechien, Österreich und Ostbayern. In der virtuellen Konferenz tauschten sich die Teilnehmer zu aktuellen und neuen Entwicklungen der grenzübergreifenden Arbeit aus.

Im Fokus der Diskussionen standen neben der fortschreitenden Digitalisierung in der Grenzregion, der Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie die Dienstleistungserbringung in Europa.

Digitalisierung schafft grenzübergreifende Perspektiven

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Marienbader Gespräche lag auf der fortschreitenden Digitalisierung in der Grenzregion. „Der Ausbau des 5G-Netzwerkes und des 5G-Korridors zwischen München und Prag wird die digitale Transformation grenzüberschreitend vorantreiben“, sagte Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Jürgen Kilger. Wichtige Anregungen zum Thema Digitalisierung lieferte Prof. Dr. Wolfgang Dorner von der Technischen Hochschule Deggendorf mit seinem Impulsvortrag „Digitalisierung und Arbeitswelt – was wir aus dem Silicon Valley lernen können“. Darin veranschaulichte er unter anderem die vielseitigen Perspektiven, die sich Handwerksbetrieben und der gesamten Wirtschaftsregion durch eine flächendeckende Bereitstellung von 5G eröffnen. „Mit der zunehmenden Digitalisierung werden exzellente Grundbedingungen geschaffen, um in den Betrieben neue Technologien einzusetzen und grenzübergreifende Wertschöpfungsketten neu zu gestalten“, so Dorner.

Marienbader Gespräche Virtuelle Diskussion

Auch im digitalen Format wurde erfolgreich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen diskutiert.

Forcierte Kooperation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt

In einem anschließenden Infoforum vertieften die Experten den Austausch zu Entwicklungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Grenzregion. Die Teilnehmenden analysierten die vielseitigen Herausforderungen, die seit Beginn der Corona-Pandemie auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt einwirken. HWK-Geschäftsführer Jürgen Kilger hob hervor, dass es deshalb eine forcierte Kooperation zwischen Bayern und Tschechien geben müsse: „Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir Herausforderungen bewältigen“. Ideen für eine Stärkung und Neubelebung der Wirtschaft im bayerisch-tschechischen Grenzraum legte der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp in seinem Zwölf-Punkte-Plan vor. „Wir müssen der Grenzregion eine neue Wertigkeit und Stimme zuweisen“, so Hopp. Am Ende des Dialogs waren sich die Diskutanten einig: die aktuelle Krise sollte als Chance genutzt werden, um durch eine engere Zusammenarbeit neue Visionen für die Zukunft zu schaffen.

Entsendung von Arbeitnehmern in Europa: Einfach, fair und effektiv

Auch im zweiten Infoforum stand ein wichtiges Thema im Vordergrund: Die Entwicklungen zur Dienstleistungserbringung im europäischen Kontext. Der tschechische sowie der deutsche Verbindungsbeamte der Europäischen Arbeitsbehörde, Matej Gregarek und Thomas Thomma, stellten in diesem Zusammenhang ihre Tätigkeiten und die Ziele für die Mitarbeiterentsendung in Europa vor. Andrea Oel-Brettschneider, Referatsleiterin vom Zentralverband des deutschen Handwerks in der Brüsseler Vertretung, erklärte, warum ein regelkonformes Entsenden einfacher gestaltet werden müsse: „Handwerksbetriebe, die sich grenzüberschreitend betätigen, müssen dies auch auftrags-, kunden- und serviceorientiert tun können. Informationen müssen einfach erfasst, Meldepflichten schnell erfüllt werden können. Nur schlanke Verfahren fördern die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und tragen zur Vertiefung des Binnenmarktes bei.“ Ein Konsens wurde schnell gefunden: die Entsendung von Arbeitnehmern in Europa muss einfacher, fair und effektiver werden.

Pandemie verstärkt Bedürfnis nach Austausch und Zusammenarbeit

Die Corona-Pandemie stelle die Beziehungen zwischen den Nachbarregionen weiterhin vor große Herausforderungen. Deshalb seien die Marienbader Gespräche dieses Jahr wichtiger denn je, betonte HWK-Präsident Dr. Georg Haber. Seit mehr als zehn Jahren bieten sie eine Plattform für den fachlichen Austausch von Experten aus Institutionen, Politik und Wirtschaft. Dabei wird gemeinsam ermittelt, wie das Wirtschaften und Arbeiten in der Grenzregion gestärkt und ausgebaut werden kann. Die daraus resultierenden Forderungen werden anschließend an die Politik weitergegeben. „Die Marienbader Gespräche sind ein Gipfeltreffen und eine Ideenschmiede aller grenzübergreifenden Akteure“, konstatierte Melanie Huml, Bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, in ihrem virtuellen Grußwort.

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