Pfeffenhausen/Burghart. Nicht weniger als 16 Gemeinden haben sich im Wasserzweckverband der Rottenbur- ger Gruppe zusammengeschlossen, um die Trinkwasserversorgung für die Region zu sichern. Die Sensibilität der Bevölkerung beim Trinkwasser ist in den letzten Monaten gestiegen. Deshalb hat der SPD Arbeitskreis Labertal einen Infobesuch organisiert.
Der Rottenburger Stadtrat Franz Gump- linger führte in die Thematik ein. Der Nachfolgetermin fand nun vor kurzem in Burghart bei Pfeffenhausen statt, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Wasserzweckverbands, Hans Weinzierl.
Im Bild MdL Ludwig Wörner, Gemeinderat Erasmus von Fürstenberg, SPD-Mitglieder und Besucher in der Diskussion mit dem Vorsitzenden des Wasserzweckverbands, Hans Weinzierl (2. von re.) und die SPD-Kreisvorsitzender Ruth Müller (re.)
Auch MdL Ludwig Wörner, umweltpolitischer Sprecher der SPD im Bayerischen Landtag, hatte das herrliche Frühlingswetter genutzt, um mit seinem Motorrad ins Labertal zu kommen. - Der Wasserzweckverband hat das 30 Hektar große Anwesen in Burghart erworben, um dort zum einen Probebohrungen für einen neuen Brunnen zu tätigen, andererseits aber auch, um auszutesten, welche Auswirkungen eine umweltverträgliche Landwirtschaft auf lange Sicht auf die Wasserqualität hat, erklärte Hans Weinzierl. Ziel müsse es sein, großflächig Bodenproben zu entnehmen und diese Entwicklung auch langfristig zu dokumentieren.
Entschieden gegen alle Wasser-Privatisierungspläne
Fast alle bayerischen Wasserversorger kämpfen mit Grundwasserbelastungen. Die Ursachen dafür liegen allerdings 20 bis 30 Jahre zurück. Ludwig Wörner blickte ebenfalls zurück – bei den vielen Dorfbrunnen hätten sich die Menschen noch für das eigene Wasser verantwortlich gefühlt. Mit der Auslagerung der Dorfbrunnen und den dadurch größer werdenden Wasserzweckverbänden sei vielen das Gefühl für das eigene Wasser abhanden gekommen. Nun ist die EU-Kommission wieder zugange und möchte im Rahmen eines Richtlinienpakets Dienstleistungskonzessionen an private Investoren vergeben. Das Ziel dabei soll „freier Wettbewerb und Transparenz" sein.
MdL Ludwig Wörner erteilte diesen Plänen eine klare Absage, da am Ende mit Sicherheit höhere Kosten, schlechtere Qualität und für die Arbeitnehmer schlechtere Arbeitsbedingungen stünden. „Unsere Wasserversorgung hat nichts in privater Hand verloren", betonte auch die SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller.
Der Pächter der landwirtschaftlichen Fläche in Burghart, Gerhard Patzinger, war beim Info-Besuch ebenfalls anwesend. Sein Anliegen als Landwirt sei, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen und dazu beizutragen, für die „gute fachlichte Praxis" zu werben. Wenn die Wasserqualität durch intensive landwirtschaftliche Nutzung immer schlechter werde, kämen letzten Endes immer mehr Auflagen auf die Landwirte zu und so müsse man schon im eigenen Interesse umdenken. „Trinkwasserschutz geht nur gemeinsam mit den Landwirten", so Patzinger.
Weinzierl-Ideen: Ein Wasseerlebniszentrum und ein Windrand
„Trinkwasserschutz muss stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden", so der Hohenthanner Gemeinderat Erasmus von Fürstenberg. Deshalb war er auch beeindruckt von der Idee des Zweckverbandsvorsitzenden Hans Weinzierl, der aus Burghart nach hoffentlich erfolgreicher Probebohrung ein „Wassererlebniszentrum" machen möchte. „In Thalham bei München gibt es ein Wasserinformationszentrum, dass jährlich 250.000 bis 300.000 Besucher anlockt – Familien, Schulklassen und Touristen könnten sich hier über das kostbare Gut Wasser informieren", verwies Woerner auf diese Einrichtung.
„Und wenn im Rahmen der Energiewende der Wind der Veränderung durch unser Land weht, könnte man diesen Wind auch hervorragend nutzen, um in Burghart ein Windrad aufzustellen", blickte Weinzierl in die Zukunft. Beim Markt Pfeffenhausen liege bereits die Anfrage des Zweckverbands auf Errichtung eines Windrads vor. Ziel sei es, die 1,5 Millionen Kilowattstunden Stromverbrauch des Wasserzweckverbands eines Tages selbst zu erzeugen und so energieautark zu werden.
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