Landshut - hs (31.12.2019) Vor genau 50 Jahren übernahm der damals erst 33-jährige Josef Deimer die Amtsgeschäfte als neuer Oberbürgermeister zum 1. Januar 1970. Er hatte die OB-Wahl im September 1969 überraschend deutlich mit 58 % gewonnen. Im Stadtrat war seit 1966 die SPD mit 20 Sitzen die größte Fraktion vor der CSU (18). Deimer, von Beruf Dipl.-Ingenieur, war zuvor 3. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter (seit 1966). Der CSU-OB amtierte dann 35 Jahre ununterbrochen. Die Stadt hatte 1970 erst 58.376 Einwohner (Stichtag 27.05.1970 - Volkszählung). Am Ende seiner Amtszeit waren es 60.545 Einwohner. Also ein relativ geringes Wachstum, wenn man die Zeit danach zum Vergleich heranzieht.
Am Ende der 12-jährigen Amtszeit von OB Hans Rampf hatte Landshut 70.025 Einwohner und nach den ersten drei Amtsjahren von OB Alexander Putz hat Landshut aktuell 73.400 Einwohner. Wenn also Landshut in der Amtszeit von Josef Deimer ebenso stark gewachsen wäre wie unter senen beiden Nachfolgern, hätte Landshut heute auch ohne die Umlandgemeinden Ergolding (13.000 Einw.), Altdorf (11.250 Einw.) und Kumhausen (5.500 Einw.) knapp über 100 000 Einwohner und wäre damit Großstadt, auf Augenhöhe mit Regensburg und Ingolstadt. Dass Deimer - aus welchen Gründen auch immer - die Eingemeindung dieser drei Gemeiden bei der Gebietsreform 1972/73 verhindert habe, ist ein immer wieder zu hörendes Märchen.
Josef "Dick" Deimer, geboren am 29. Mai1936 im 1928 eingemeindeten Stadtteil Achdorf, ist mittlerweile 83 Jahe alt, Ehrenbürger der Stadt und immer noch unter anderem Vorsitzender der großen Lebenshilfe e. V.

