Gerne wird die Grieserwiese wegen ihrer Lage an der Isar und mit Blick auf Landshuts Wahrzeichen, als einer der schönsten Dultplätze in Deutschland bezeichnet. - Fotos: W. Götz
Landshut – gw (30.08.2022) „Das Wetter war nicht immer optimal, die vorhergesagten Unwetter stellten sich als Flop heraus“, so Marktamtsleiter und Dultorganisator Stefan Wimmer bei der Pressekonferenz zum Abschluss der 683. Bartlmädult. Trotzdem sollten die Umsätze gepasst haben, denn die Besucherzahlen stiegen im laufe der Woche an, so dass er alles in allem von einer zufriedenstellenden Dult sprach.
Bei Horst Heppenheimer, Obmann der Landshuter Schausteller, lagen die Umsätze ähnlich wie bei der letzten Bartlmädult vor Corona im Jahr 2019. Nur schade, dass etliche Geschäfte, die für die Verkaufsdult fest zugesagt hatten, kurzfristig abgesagt hatten. Heppenheimers Stellvertreter, Josef Zinnecker, begrüßt daher die Pläne des Martamtes, hier verstärkt Fieranten für die Verkaufsdult anzuwerben.

Schausteller, Festwirte, Marktbeschicker zusammen mit den Rettungskräften, der Verwaltung und der Stadtpolitik bei der Pressekonferenz.
Von einer „entspannten Dult“ sprach Volker Andorfer vom Landshuter Roten Kreuz. 116 Versorgungen wurden geleistet, 25 Personen mussten in Krankenhäuser transportiert werden, vier Mal war überproportionaler Alkoholkonsum im Spiel, zwei Personen wurden aus der Isar gerettet. Insgesamt leisteten die Ehrenamtlichen des BRK über 1.000 Einsatzstunden.
Auch Robert Weber, Leiter der Polizeiinspektion Landshut, zeigte sich zufrieden. Im Vergleich zu 2019 wurden weniger Delikte registriert, allerdings stieg die Zahl der Fahrraddiebstähle an. Zudem ereignete sich am Samstag eine unschöne Szene. Dem in Landshut als „Goldmann“ bekannten Ludwig Rederer wurde kurz nach 19 Uhr von einem Unbekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Rederer wurde dabei nur leicht verletzt. Der Täter war in Begleitung eines weiteren Mannes und laut Weber ist die Polizei guter Dinge den Täter ausfindig zu machen.

Goldmann Ludwig Rederer wurde mit einem Faustschlag ins Gesicht attakiert.
Rückblickend zur Frühjahrsdult konnte Robert Weber einen Fahndungserfolg verkünden. Die brutalen Schläger die am zweiten Dultsamstag mehrere Polizeibeamte brutalst niedergeschlagen haben, wurden ausfindig gemacht und werden strafrechtlich verfolgt. Den verletzten Polizeibeamten geht es so weit wieder ganz gut.

In Sophie's Alm wurde ausgelassen gefeiert. Die neu eingebaute Klimaanlage hat sich bewährt.
Alexander Tremmel, Wirt von Sophie's Alm, freut sich bereits auf die nächste Dult. Er feilt permanent an seinem Konzept. So wurde seine Almhütte klimatisiert und der Biergartenbereich komplett überdacht. Mit den Besucherzahlen war er vor allen an den Freitagen und Samstagen hoch zufrieden. Sein Bierlieferant Adrian Kell von der Brauerei Wittmann konnte keine großen Schwankungen im Bierkonsum feststellen.

Patrick Schmidt versteht es für Stimmung zu sorgen. Dazu engagiert er hochkarätige Bands in seine Festhalle.
Wetterbedingt waren bei Patrick Schmidt die Umsätze am ersten Freitag und Samstag schlechter. Das lag an den frei gebliebenen Plätzen im Biergarten. Ab Sonntag haben sich die Besucherzahlen gedreht, auch der Montag lief bei ihm richtig gut. Schmidt sprach von einer ganz normalen Bartlmädult, die zum Schluss raus immer stärker wurde. Einen neuen Rekord konnte er auch aufstellen. Zum Boxkampf kamen 2.311 Besucher.
„Die Dult ist die schönste Zeit im Jahr“, lobte Dultsenatsmitglied Robert Neuhauser das zehntägige Fest und jedes Jahr werden wir ein Stück besser.

Ganz nah dran am Dultgeschehen. Franzl Widmann überlegt, die überdachten Freisitze vor seine Festhalle noch weiter auszubauen.
„Zufriedenstellend“ lautet Franzl Widmanns Bilanz. „Das erste Wochenende war nicht so der Hit“, so der Festwirt, aber unter der Woche lief es besser als sonst. Gut angenommen wurde sein großer überdachter Biergartenbereich am Eingang zur Festhalle. Widmann überlegt, diesen Bereich im nächsten Jahr noch etwas zu vergrößern.
Der Bierumsatz lag in etwa gleich zu 2019, berichtete Christoph Zellner, Vorstand beim Landshuter Brauhaus, das die großen Festzelte belieferte. Der erste Freitag und Samstag waren eher nicht so gut, aber ab Mittwoch ging es aufwärts.

Auch heuer gab es attraktive Fahrgeschäfte auf der Bartlmädult, wie den riesigen Propeller mit einem Durchmesser von 40 Metern.
Platzmeister Florian Kräh löbte insbesondere die reibungslose Zusammenarbeit mit den Bauamtlichen Betrieben. Die sind Tag und Nacht erreichbar, sollte eine Leitung oder ein WC verstopft sein.
Sein Organisationskollege Florian Margezeder ließ es sich nicht nehmen, den Deutschen Wetterdienst (DWD) für seine mangelnde Prognosen zu tadeln. Denn der DWD sagte für den Eröffnungsfreitag Unwetter voraus. Der Dulteinzug wurde abgesagt und das Anzapfen ins Zelt verlegt. Just als OB Putz den Wechsel in den ersten Banzen Bier trieb, schien die Sonne. Für Margezeder steht seitens des Marktamtes eine weitere Hausaufgabe an, nämlich wieder mehr Beschicker für die Verkaufsdult zu akquirieren.
Seitens der Feuerwehr war es eine unaufgeregte und unspektakuläre Dult, sie musste nur zum Brand eines Papierkorbs anrücken.

Kult auf der Dult: Landshut lebt und Landshut bebt in Buchis Weinstadl.
Von einer guten und ordentlichen Dult sprach Dultbürgermeister Dr. Thomas Haslinger. Für ihn gilt es, das Fest permanent weiter zu entwickeln um das hohe Niveau zu halten und auszubauen. Ihm gefallen vor allem die kurzen Dienstwege zwischen Verwaltung, Schaustellern und Politik, bei denen schnell und unkompliziert etliches über einen Telefonanruf geregelt wird.
So sieht es auch Oberbürgermeister Alexander Putz: „Miteinander ist das wichtigste Wort in der Dultfamilie“ in der der Zusammenhalt immer wichtiger und besser wird. Auch Putz bemängelte die fehlerhaften Prognosen des DWD, die durchaus zur Dramatik neigen und dadurch vom Dultbesuch abschrecken. Aus seinen eigenen Beobachtung bilanzierte Putz vor allem unwahrscheinlich positiv und gut gelaunte Besucher. Auch die Innovationen und Attraktionen auf dem Platz kommen allen Besuchern zu Gute. Seine Prognose lautet: „Nach der Dult ist vor der Dult.“
Zu den Besucherzahlen wollte sich das Marktamt nicht festlegen. Sie könnten im Bereich der 300.000er Marke gelegen haben.
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