Landshut (15.07.2017) Was den ÖPNV, speziell das Busangebot der Landshuter Verkehrsbetriebe anbelangt, könnte man die Drei Helmen Stadt salopp ausgedrückt, als verkehrstechnische „Biafra“ bezeichnen. Die Bürgerinitiative „Busse Baby“ mit Stadtrat Prof. Dr. Frank Palme an der Spitze möchte dies ändern und hat in den vergangenen Monaten 4.400 Unterschriften gesammelt, mit dem Ziel, dass in Landshut für den Stadtbusverkehr ein 20 Minuten-Takt eingeführt wird. Ob das kommen wird, werden wohl am Tag der Bundestagswahl, Sonntag, 24. September, die Bürger der Stadt per Bürgrentscheid mitbstimmen.
Bei der Übergabe der Unterschriftenlisten im Landshuter Rathaus, gaben sich am Freitag, 12 Uhr, die Initiatoren des Bürgerentscheids zuversichtlich, das notwendige Quorum von 3.300 Unterschriften zu überschreiten. Denn die 4.400 abgegebenen Unterschriften werden nun durch die Stadt erst einmal auf ihre Richtigkeit geprüft. Oberbürgermeister Alexander Putz versprach die schnelle Überprüfung durch die Mitarbeiter der Stadt Landshut.
Derzeit müssen ja auch noch die Unterschriften der Bürgerentscheide für und gegen die Westtangente gesichtet werden. Eine Mammutaufgabe, für die nicht viel Zeit zur Verfügung steht. Denn über alle drei Bürgerentscheide soll noch im Juli der Stadtrat debattieren.
Prof. Dr. Frank Palme, Siegfried Polsfuß, Verena Putzo-Kistner, Claus Nußrainer, Birgit Würfel und Martin Härtl, die „Busse Baby“ ins Leben gerufen haben wollen sich für eine bessere Mobilität in der Stadt einsetzen. Denn in den vergangenen elf Jahren wurde das Landshuter Liniennetz nicht mehr an die wachsende Einwohnerzahl angepasst. Für ein zeitgemäßes ÖPNV-Angebot sehen sie die Einführung des 20-Minuten-Takts als unabdingbar an.
4.400 Bürger unterstützen dieses Ansinnen bereits aktiv. Auch wenn CSU-Vorsitzender Dr. Thomas Haslinger immer wieder predigt, dass Landshut noch nie eine ÖPNV-Stadt war und auch keine werden wird, könnte diese These bald wiederlegt sein. Am Sonntag der Bundestagswahl werden die Landshuter Bürger das letzte Wort haben.
Die Chancen für den 20-Minuten-Takt stehen gut. Und mit einem attraktiver getakteten Liniennetz werden auch die Fahrgastzahlen wieder zunehmen, sind sich die Initiatoren sicher. Sie wünschen sich, dass sich die Stadt an die Mobilität der Zukunft schon frühzeitig anpasst und nicht nur dem Auto die Vorfahrt gibt.


