Landshut (29.09.2017) Anja König (47) war Bundestagskandidatin der SPD. Sie fand gestern (Donnerstag) ein gar nicht lustiges Schreiben in ihrem Briefkasten mit abscheulichen Beleidigungen und Drohungen aus der untersten Schublade ("Ihr Sozi-Teufeln gehört doch alle nach Ausschwitz"). Wir veröffentlichen eine Kopie dieses Schreibens, das uns Anja König per E-Mail zukommen ließ.
Lesen Sie hier den anonymen Brief mit seinem kompletten Inhalt.
Dazu schreibt die Landshuter SPD-Politikerin, Parteivorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende:
Die Medien haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Anhänger rechter Gruppierungen immer wieder gern als Opfer dargestellt, als Opfer weil Gegendemonstranten gepfiffen haben, weil in der Podiumsdiskussion leise Schilder hochgehoben wurden mit der Aufschrift "Nazis raus" oder auch weil jemand ein Stück Torte geworfen hat.
Dies geschah alles offen von Angesicht zu Angesicht. Im Gegenzug werde ich nun zum wiederholten Male als Sozialdemokratin in einem anonymen Schreiben in einer Art und Weise beschimpft und bedroht, die mich schon sehr stark an die Zeit vor 1933 erinnert. So fing es damals auch an und nach der Machtergreifung wissen wir ja auch noch alle was dann mit den SozialdemokratInnen geschah. Genau das wird mir von diesem feigen Briefeschreiber angedroht, weil sich diese Menschen durch das gute Abschneiden der AfD nun auch noch bestärkt fühlen.
Hoffentlich öffnet dies einmal den Wählerinnen und Wählern, die aus Protest die AfD gewählt haben, die Augen. Eine Wiederholung von damals dürfen wir nicht zulassen. Wir werden nicht wegschauen bis es zu spät ist oder unter dem Deckmantel der Demokratie rechtsextreme Menschen schalten und walten lassen. Ich werde mich dadurch auch nicht einschüchtern lassen, ich werde weiterhin gegen Rassismus und Diskriminierung einstehen.
Der Brief liegt bereits bei der Polizei zur Spurenuntersuchung. Außerdem wurden in der vergangenen Woche NPD-Aufkleber auf meinen Wahlkampfbus angebracht und am Briefkasten.
Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung unter Tel. 015253113535.
Hier der komplette handgeschriebene Brief an SPD-Vorsitzende Anja König. Zum vergrößern bitte anklicken.



