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Grüne stellen fest. Busunternehmer fühlen sich in der Krise von der Politik unfair behandelt

busse rettenStadt und Landkreis Landshut - pm (08.06.2020) Wie geht es der Reisebusbranche und im ÖPNV tätigen privaten Busunternehmen in der Krise? Dieser Frage gingen die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger und Kreisrat Martin Schachtl (r. beim Busunternehmen Amberger in Rottenburg nach. Die Reisebusunternehmen fühlen sich derzeit unfair behandelt, berichtete Hans Amberger (l.).

Die im Rahmen des Konjunkturpaketes gefassten Beschlüsse der Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie seien für viele Unternehmen völlig unzureichend.

Auch viele gesunde Busunternehmen könnten ein dreimonatiges Komplettverbot von Busreisen sowie langfristige Einschränkungen in der Hauptsaison nicht mit den minimalen Hilfen des Bundes überstehen.

Zwar sind Busreisen in Bayern seit dem 30.05.2020 wieder erlaubt. Jedoch dürfen derzeit nur ca. 20 Prozent der Plätze im Bus besetzt werden, um die vom bayerischen Gesundheitsministerium vorgeschriebenen Mindestabstände einhalten zu können. „Wenn ich einen Reisebus mit 58 Fahrgastplätzen nur mit 14 Leuten besetzen kann, rentiert sich das nicht und der Bus bleibt stehen“, so Amberger. Andere Verkehrsträger kommen da viel besser weg. So dürfen in Fernbussen, in der Bahn oder im Flugzeug alle Plätze besetzt werden, wenn die Reisenden einen Mundschutz tragen. „Das Gleiche könnten wir auch bieten“, so der Unternehmer. Das sei eine Ungleichbehandlung, gegen die der Busunternehmerverband zusammen mit zwei besonders betroffenen Unternehmen eine Klage eingereicht hat. Steinberger und Schachtl unterstützen diese Forderung. „Es kann nicht sein, dass Luftverkehrsunternehmen und die Bahn mit vielen Milliarden unterstützt werden, die Busunternehmen aber auf ihren hohen Kosten sitzen bleiben“, so Rosi Steinberger.

Noch dazu gebe es in den einzelnen Bundesländern viele unterschiedliche Konzepte für die Erlaubnis zur Durchführung von Busreisen. Hier wäre eine Angleichung der Normen unbedingt nötig, ergänzte Amberger.

Im ÖPNV gilt das Abstandsgebot nicht. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sei jedoch Pflicht. Derzeit seien aber wegen der Regelungen zum Präsenzunterrichtes die Busse nur gering ausgelastet. Dies werde sich jedoch mit zunehmender Einkehr der Normalität wieder ändern. „Wenn die Schüler wieder alle zugleich in die Schule gehen dürfen, müssen sie auch alle wieder alle zugleich befördert werden“, so Amberger. Um auch den Fahrscheinverkauf ab 15. Juni wieder zu ermöglichen und so die Verluste aus dem Barverkauf zu minimieren, habe der Landshuter Verkehrsverbund ein passendes Hygienekonzept entwickelt.

Der Landshuter Verkehrsverbund ist ein Herzensanliegen der Grünen im Landkreis. „Hier gibt es einen enormen, auch kurzfristig zu befriedigenden Bedarf, einzelne Linien zu verstärken“, meint Martin Schachtl, der jetzt in der Verbandsversammlung des LAVV sitzt. Nun komme es auf den künftigen Nahverkehrsplan an, der die genauen Bedingungen für den künftigen ÖPNV in der Region Landshut festschreiben wird. „Wir setzen auf eine deutliche Angebotsverbesserung für die Region“, so die Grünen. Ein attraktiver Nahverkehr ist ein wichtiger Standortfaktor und sollte das Ziel aller politisch Tätigen sein. Dabei setze man auch stark auf die Kooperation mit den lokalen Busunternehmen, ein wichtiger Bestandteil des LAVV sind, ohne die das derzeit im Landkreis Landshut bestehende Verkehrsangebot undenkbar wäre.

Die Busunternehmer sind ein starkes Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs. Sie gilt es in der Krise zu stärken, darin waren sich alle Teilnehmer des Gesprächs einig.

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