Peter Vorholzer zeigt Anja König und Gerd Steinberger das Innenleben eines mobilen Luftfilters.- Foto: W. Götz
Landshut – gw (23.07.2021) Tagesordnungspunkt 15 des heutigen Plenums (15 Uhr) heißt: „Anschaffung mobiler Luftfiltergeräte für Landshuter Schulen“. So beschäftigt sich der Stadtrat zum dritten Mal mit diesem Thema. Einen großen Unterstützer für diese Luftreiniger finden die Antragsteller bei Peter Vorholzer, Elternbeiratsvorsitzender der Grundschule Carl Orff. Er wünscht sich ein klares „Ja“ der 44 Stadträte zum Schutz der Kinder vor dem Coronavirus.
Peter Vorholzer hat selbst bereits vier solche Geräte für seine Bowlingbahn „LA-Bowling“ angeschafft. Damit möchte er seinen Gästen bestmöglichen Schutz vor den Coronaaerosolen bieten. Vorholzers Luftreiniger vom Typ „Wolf Airpurifier“ können stündlich 1.200 m2 Luft filtern. Das heißt, die Luft eines Klassenraums wird pro Stunde bis zu sechs Mal filtriert. Dabei arbeiten die Geräte sehr leise. Der Schallpegel beträgt je nach Leistungsstufe zwischen 28 und 42 dB(A). Die jährlichen Kosten für Wartung und Filter liegen bei ca. 400 Euro. Nach Corona können diese Geräte Pollen, Bakterien bzw. Viren aus der Luft sieben.
Als Vorsitzender des Elternbeirats der Carl-Orff-Grundschule wünscht er, dass die Landshuter Schulen mit mobilen Luftreinigern ausgestattet werden. Die Investitionskosten betragen weniger als 100 Euro pro Kind. „Das sollte es uns Wert sein“, so Vorholzer. Auf keinem Fall möchte er, dass die Kinder im nächsten Winter wieder bei geöffneten Fenstern mit Anorak, Mütze, Schal und Decke in den Klassenzimmern sitzen müssen. „Das ist nicht zumutbar.“ Der Elternbeirat von Carl Orff unterstützt sein Anliegen.
So befasst sich das Stadtratsplenum heute zum dritten Mal mit dem Antrag der Stadträte Anja König, Patricia Steinberger, Gerd Steinberger und Falk Bräcklein der Fraktion aus SPD/Die Linke/MUT.
Das erste Mal wurde der Antrag im November 2020 abgelehnt, so Gerd Steinberger. Damals gab es noch eine 100-prozentige Förderung bzw. bis zu 3.500 Euro pro Gerät von staatlicher Seite. Die Verwaltung war skeptisch, OB Alexander Putz forderte mehr Zeit, um Erfahrungen einzuholen und Stadtrat Ludwig Schnur (SPD) plädierte, dass der Antrag abgelehnt wird, was auch so geschah.
Einen zweiten Anlauf starteten SPD/Die Linke/MUT mit einem Dringlichkeitsantrag im März 2021. Die staatliche Förderung war bis dahin auf 50 Prozent, bzw. bis zu 1.750 Euro pro Gerät reduziert. Die Antragsteller hatten abermals keinen Erfolg. Die Dringlichkeit wurde abgelehnt.
Anja König hofft, dass es nach rund 1,5 Jahren Corona-Pandemie nun im Stadtrat zu einem Umdenken kommt: „Jetzt besteht die Möglichkeit Fehlentscheidungen zu korrigieren. So kann sich Landshut für seine Kinder einsetzen.“ Die Gemeinde Bruckberg hat beispielsweise ihre Schulen bereits mit mobilen Luftfiltern ausgestattet.
Und sollte jemand im Stadtrat dagegen sein, an den hat Peter Vorholzer einen Wunsch: „Der soll selbst im nächsten Winter am offenen Fenster in der Zugluft sitzen.“


