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Mobilfunk 5G: ÖDP will Aufklärung zur Strahlenbelastung

Christine Ackermann Elke März Granda

Landshut - pm (10.04.2019) Seit mehr als dreizehn Jahren sitzt ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda in Landshut am „Runden Tisch Mobilfunk“. Dort sind die Vertreter von Netzbetreibern, Verwaltung und Politik gemeinsam darum bemüht, die Strahlenbelastung durch neue oder modifizierte Mobilfunkstandorte so gering wie möglich zu halten.

„Die ständige Zunahme an Strahlenbelastung der Landshuter Bevölkerung lässt sich allerdings nicht mehr verhindern“, bedauert die Stadträtin. Denn die neuen Funktechniken laufen alle parallel zu den bisherigen Generationen, mit Ausnahme der abgeschalteten 1. Generation. Zwischenzeitlich hat die 4. Mobilfunkgeneration (LTE) in Landshut Einzug gehalten.

Im Zusammenhang mit der kommenden neuen Mobilfunkgeneration 5G wächst nun bei der Stadträtin die Sorge um die Gesundheit der Bürger. Der neue Standard bringt nicht nur neue Sendestationen mit sich, sondern mittelfristig auch eine noch höhere Strahlenbelastung.

Mehr Aufklärung und vorsorglicher Gesundheitsschutz
Gemeinsam mit Ihrer Stadtratskollegin Christine Ackermann will sich die Politikerin für mehr Aufklärung und vorsorglichen Gesundheitsschutz vor Einführung der neuen Technologie einsetzen. „Uns ist bewusst, dass die neue Technik viele Vorteile für Industrie und Verbraucher bringen wird. Aber der Gesundheitsaspekt darf bei allen Vorzügen nicht außer Acht gelassen werden“, sind sich die Politikerinnen einig. Ganz sicher will deshalb März-Granda beim nächsten „Runden Tisch Mobilfunk“ weitere Informationen und den Zeitrahmen für den kommenden 5G-Ausbau in Landshut erfragen.

„Wir wissen nicht sicher, ob die neue mobile Datenübertragungstechnik gesundheitliche Risiken mit sich bringt, aber wir können es auch noch nicht ausschließen“, erklärt Ackermann. „Daher muss die Politik darauf bestehen, dass die Gesundheitsrisiken untersucht werden, bevor wir die gesamte Bevölkerung immer höheren Werten der elektromagnetischen Felder aus dieser Technologie aussetzen“, fordert März-Granda.

„Wir wollen keine Versuchskaninchen sein“
Schon länger warnen Wissenschaftler vor den Gefahren für die Gesundheit, die vom neuen Mobilfunkstandard 5G ausgehen. “Mehr als 400 Mediziner und Naturwissenschaftler haben sich in einem jüngst veröffentlichten Appell für einen Ausbaustopp der 5G-Technik ausgesprochen“, erklärt die Stadträtin.

Die Ökodemokratinnen verweisen auch auf die Entwicklung im Ausland. Laut Medienberichten hat die belgische Hauptstadtregion ein 5G-Pilotprojekt aufgrund der Sorge um die Gesundheit der Bürger gestoppt. Grund war, dass die Strahlungsbelastung durch die für den Betrieb von 5G nötigen Antennen nicht abschätzbar war. Aber auch im italienischen L’Aquila, im griechischen Patras, im französischen Rennes oder im polnischen Krakau gibt es Bürgerproteste und 5G-Tests wurden gestoppt.

Geld für die Entwicklung - aber nicht für die Risikoforschung

„Die EU pumpt zurzeit mehr als 700 Millionen Euro in Projekte zur 5G-Entwicklung, aber nicht eines davon dient der Risikoforschung“, kritisieren die Stadträtinnen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hätte bereits vor dem Auktions-Start der Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G weitere Forschungen über die gesundheitlichen Folgen elektromagnetischer Strahlung angemahnt.

Momentan laufen die bundesweiten Frequenzversteigerungen für die neue Mobilfunkgeneration 5G in Deutschland. Bei der Auktion werden Erlöse in Milliarden Höhe erzielt. „Aus diesem Geschäft sollten auf alle Fälle Gelder für weitere Forschungen verwendet werden“, fordern die Politikerinnen.

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