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David gegen Goliath in Schwerin: Rote Raben glauben an ihre Chance

Düdingen MariaVilsbiburg - pm (02.11.2018) Die Losfee hat es so gewollt: Ausgerechnet beim amtierenden Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin starten die Roten Raben in die neue Saison. Über die Schwere des DVV-Pokal-Achtelfinals am Samstag um 19 Uhr in der Palmberg-Arena macht man sich in Vilsbiburg keine Illusionen. „David gegen Goliath“ – so bringt Cheftrainer Timo Lippuner die Ausgangslage kurz und knackig auf den Punkt.

Im RabenNest weiß man aber auch: Es ist ein Pokalspiel, dieser Wettbewerb mit seinem K.o.-Charakter hat eigene Gesetze und schreibt besondere Geschichten.

„Schwerin“, sagt der Coach, „ist klarer Favorit, steht aber auch unter Zugzwang.“ Der Meister muss, der Außenseiter kann gewinnen. Zur Erinnerung: Als die Vilsbiburgerinnen letztmals in der Palmberg-Arena gastierten, am 6. Januar dieses Jahres, waren sie ebenfalls der Underdog – und landeten in der „Höhle des Löwen“ einen stürmisch gefeierten 3:2- Auswärtserfolg, den Laura Künzler mit dem 5. Matchball zum 16:14 im Tiebreak klarmachte.

Neue Saison, neuer Anlauf: Nach einer langen Vorbereitung ist das Lippuner-Team heiß darauf, endlich ins Spielgeschehen einzugreifen. Die Vilsbiburgerinnen tun dies als letzte Bundesliga-Mannschaft, nachdem am Mittwoch der 1. Spieltag der Saison 2018/19 stattfand. Allerdings ohne die Roten Raben, deren Match gegen Allianz MTV Stuttgart in den Januar verlegt werden musste, weil der Vizemeister in der Champions League engagiert ist.

Gegner Schwerin gewann sein Auftaktspiel bei Aufsteiger NawaRo Straubing erwartungsgemäß mit 3:0. Drei Tage zuvor hatten sich die Damen aus der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern mit einem 3:1 gegen den Dresdner SC vor gut 5.000 Zuschauern in Hannover den Supercup und damit die erste Trophäe der noch jungen Spielzeit geholt.

Schwerin hat also bereits zwei Pflichtspiele erfolgreich absolviert, während den Roten Raben der Wettkampfrhythmus noch fehlt. Andererseits können sie sich mit aktuellem Videomaterial intensiv auf den Pokalgegner vorbereiten und hoffen umgekehrt darauf, „dass wir Schwerin vielleicht in dem einen oder anderen Bereich etwas überraschen können“, so Timo Lippuner.

Der Schweizer hat bis auf Annika Kummer (Knieverletzung) alle Spielerinnen an Bord. Angeführt wird das Raben-Ensemble in der Palmberg-Arena von der neuen Spielführerin Leonie Schwertmann; offensiv kommt Zuspielerin Ilka Van de Vyver eine Schlüsselrolle zu, defensiv Libera und Neuzugang Myrthe Schoot, die nur zwei Wochen, nachdem sie mit dem Team der Niederlande Platz 4 bei der WM in Japan belegte, erstmals nach sechs Jahren wieder das Trikot der Roten Raben überstreift.

Gegner Schwerin musste zwar im Sommer den Weggang von Starspielerin Louisa Lippmann nach Florenz verkraften, verfügt aber weiterhin über einen hochkarätigen Kader, dessen Qualität in Deutschland seinesgleichen sucht. Zu den bekannten Namen wie Denise Hanke, Jennifer Geerties, Lauren Barfield und Greta Szakmary gesellten sich vielversprechende Neuzugänge wie Britt Bongaerts, Tessa Polder, McKenzie Adams (alle Aachen) und Kimberly Drewniok (Wiesbaden) sowie kurzfristig auch noch die 321-malige Nationalspielerin Maren Fromm, die zum Ende der WM eigentlich ihren Rücktritt erklärt hatte, nun aber noch für ein paar Spiele beim Meister angeheuert hat.

Gegen das sehr effiziente und athletische Spiel der Schwerinerinnen zu bestehen, werde eine „große Herausforderung“, weiß Timo Lippuner. Er fügt aber hinzu: „Wir werden mutig auftreten und an unsere Chance glauben.“

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