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Bayerische Kanuten starten auf der Isar in die neue Saison - Kritik an zu geringer Restwassermenge

Kanuten Isar

Mit Kajaks auf der Isar zwischen Volkmannsdorf und Landshut. - Foto: W. Götz

Landshut/Freising - pm (09.10.2020) Am Tag der Deutschen Einheit lud die Kanuabteilung des ETSV 09 zu „Bayern paddelt an“ auf die Isar. 47 Kanuten nutzten die Gelegenheit, zum gemeinsamen Saisonstart. Gepaddelt wurde ab Freising, Oberhummel bzw. Volkmannsdorf bis zum Abteilungsgelände der 09er am Gutenbergweg neben dem Eisstadion. Zweck dieser Fahrt war es auch, auf die niedrigen Restwassermengen hinzuweisen, die ab der Ausleitung des mittleren Isarkanals in Oberföhring im Fluss verbleiben.

Die Paddelsaison der der im Deutschen Kanu-Verband organisierten Kanuten beginnt immer am 1. Oktober. So entstand vor drei Jahren die Idee zum bayernweiten anpaddeln am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Aus Bayreuth, Ingolstadt, Regensburg, Amberg, Straubing, München, Schwandorf und Erlangen nahmen heuer 47 Kanuten teil. Je nach Lust, Laune und Kondition konnte zwischen drei Strecken gewählt werden. Die lange ab Freising mit 38 Kilometern, die mittlere ab Oberhummmel mit 28 Kilometern und die kurze ab Volkmannsdorf mit 15 Kilometern.

Ein besonderes Schmankerl bildet dabei der Abschnitt zwischen Oberhummel und Moosburg. Hier bekommt die Isar seit vielen Jahren die Möglichkeit, sich wieder selbst zu entfalten. Das Wasserwirtschaftsamt entfernte Uferverbauungen, so dass sich die Isar wieder selbst neue Mäander durch das Kiesbett erschaffen kann.

„Doch der Schein trügt. Von einem Naturfluss ist die Isar noch weit entfernt, da seit 100 Jahren die Wassermenge durch den mittleren Isarkanal zu stark reguliert wird und zu wenig Restwasser im natürlichen Flussbett verbleibt“, so der Organisator der Fahrt, Werner Götz vom Bayerischen Kanu-Verband. Ab Oberföhring verbleiben gerade mal knapp 25 m³ Wasser in der Isar. In Moosburg wird der Isar nochmals Wasser entzogen. So sinkt in den Wintermonaten das Isarwasser ab Moosburg oft auf 20 m³ und weniger. Dann wird eine Befahrung mit Kajaks ohne Grundberührung schwierig. „Das hat nichts mehr mit einem naturnahen Fluss zu tun,“, kritisiert Werner Götz.

Für die teilnehmenden Kanuten war es dennoch eine interessante und abwechslungsreiche Fahrt, die verschiedenen Facetten der Isar, die aus dem mittelhochdeutschen als „Die Reißende“ übersetzt wird, vom Kanu aus kennen zu lernen. Den coronabedingten Mindestabstand einzuhalten, stellt für Paddler mit ihren vier bis fünf Meter langen Kajaks kein Problem dar. Auch nicht bei der wohlverdienten Stärkung nach der Ankunft bei den ETSV 09-Kanuten auf ihrem rund 2.000 m² großen Abteilungsgelände.

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