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Meisterfeier: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gratuliert 1.010 Handwerksmeistern

Meisterfeier

Hubert Aiwanger (2.v.li.), HWK-Präsident Dr. Georg Haber (1.v.re.) und Moderatorin Katja Wunderlich (1 v.li.) überreichten den drei Absolventen Felix Kroiß, Sandra Kiefl und Christian Thurner die Meisterbriefe. - Foto: Fotostudio Kraus

Straubing - pm (17.05.2019) 1.010 Handwerksmeister aus 26 verschiedenen Berufen haben in Straubing ihren Abschluss gefeiert. Sie alle hatten in den vergangenen zwölf Monaten ihre Meisterprüfung im Gebiet der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz mit Erfolg abgelegt. Heute nahmen sie bei der Meisterfeier 2019, die unter dem Motto „Endlich Meister – die Zukunft gehört uns!“ stand, ihre Meisterbriefe entgegen.

159 Absolventen erhielten zudem den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Sie gehören im Freistaat zu den besten 20 Prozent in ihrem Beruf. Neben zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kam auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in die Joseph-von-Fraunhofer-Halle, um seine Glückwünsche zu überbringen.

Meister sind begehrte Fachkräfte
Die Meisterfeier begann mit einem einstündigen Bühnenprogramm, durch das Bayern 3-Moderatorin Katja Wunderlich führte. Den hohen Stellenwert der Weiterbildung betonte Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer, im Talk mit Wunderlich. „Handwerksmeister tragen in ihren Berufen große Verantwortung, jeder Tag bringt neue Impulse.“ Außerdem seien die wirtschaftlichen Aussichten sehr gut und Fachkräfte begehrt. Um geeigneten Nachwuchs zu finden, nannte er ein passendes „Employer Branding“ als unerlässlich für die Zukunft: „Betriebe müssen sich überlegen, wie sie als attraktiver Arbeitgeber am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auftreten.“

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zollte den Spitzen-Fachkräften des Handwerks seinen Respekt. „Bayerns Handwerk leistet einen bedeutenden Beitrag dazu, dass unsere Wirtschaft so erfolgreich ist. Wir wollen aber noch mehr für das Handwerk als eine echte Option bei der Berufswahl werben und ihm zu dem Ruf verhelfen, den es verdient. Wir heben daher den Meisterbonus an und wollen für viele Gewerke wieder die Meisterpflicht einführen. Mit dem Meistertitel haben Sie ausgezeichnete Karrierechancen.“

Persönliche Geschichten hinter den Meisterbriefen
Warum der Meisterbrief ein Stück Zukunft für sie persönlich bedeutet, schilderten zwei Meister und eine Meisterin auf der Bühne. Mit dabei: der 23-jährige Schreinermeister Felix Kroiß aus Eggenfelden. Seine Leidenschaft für Holz begann früh: Mit zwölf Jahren fing er an, Figuren aus Holz zu schnitzen, mit 16 ist er auf die Kettensäge umgestiegen. Seitdem verwandelt er damit Baumstämme in Tierfiguren und andere Kunstwerke. 2015 wurde er jüngster Deutscher Meister im sogenannten „Speedcarving“, 2016 dann mit der deutschen Nationalmannschaft Teamweltmeister. Mit dem Meistertitel wollte er sich vor allem Wissen über die Betriebsführung aneignen. „Ich bin stolz darauf, einen Beruf ausüben zu können, bei dem ich am Ende des Tages sehe, was ich erschaffen habe“, sagte Kroiß.

Der 26-jährige Feinwerkmechanikermeister Christian Thurner aus Schönau am Königssee berichtete von seinem Beruf als Materialtechniker beim deutschen Bob- und Schlittenverband: „Mit meinem Team bin ich international im Einsatz, vergangene Saison in USA, Schweiz, Norwegen und Kanada.“ Bei seiner Arbeit muss sich Thurner nach der internationalen Rennordnung richten. Gemeinsam mit den Athleten und Techniker werden ständig Möglichkeiten, Fahrverhalten und -eigenschaften optimiert und im Rahmen des Erlaubten erarbeitet, besonders im Bereich der Aerodynamik. Das Meister-Wissen sei dabei eine große Hilfe für ihn.

Friseurmeisterin Sandra Kiefl ist 26 Jahre alt und lebt im niederbayerischen Viechtach. Gleich nach der Meisterprüfung machte sie sich mit ihrem eigenen Salon „Haferl & Schnitt“ selbstständig. Außerdem gehört sie dem Barber Angels Brotherhood an. Dieser gemeinnützige „Club der Friseure“ schneidet gemeinsam mit Kollegen aus ganz Europa Obdachlosen und Bedürftigen kostenlos Haare und Bärte. Sandras Antrieb dafür sei die Dankbarkeit der sozial Schwächeren, die sich sonst den Besuch im Friseursalon nicht leisten können. „Die Arbeit des Friseurs wird anders wertgeschätzt und ich kann etwas an andere zurückgeben.“

Friseur und Kraftfahrzeugtechniker beliebteste Abschlüsse
Der Meistertitel im Kfz-Technikerhandwerk war in diesem Jahrgang bei den Männern am beliebtesten, mit 243 Männern und zwei weiblichen Teilnehmerinnen war er insgesamt der begehrteste Meisterabschluss. Unter den Frauen kommt die überwiegende Anzahl der Meisterinnen aus dem Friseurhandwerk. Insgesamt 111 Absolventen, darunter zwölf Männer, haben sich in diesem Beruf weiterqualifiziert. Die Frauenquote lag bei 16,5 Prozent.

Das Bühnenprogramm wurde begleitet von der Band „Keep Cool“, eine Show- und Coverband aus Österreich. Im Anschluss erfolgte die Ausgabe aller 1.010 Meisterbriefe. Danach sorgte die Band für Partystimmung bis in die Nacht hinein.

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